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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1905-01-01 · 1 (Januar-Februar 1905) · p. Seite 19

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
IX (1905)
Issue
1 (Januar-Februar 1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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— 18 — sich auch, die Angehörigkeit (? — Med,) der Juden zur cechischen Nation zu beweisen, führt dafür verschiedene cechische Namen an, verschweigt aber das gleichzeitige viel häufigere Vorkommen deutscher Namen; ja er findet sogar auf dem ״uralten“ Friedhofe in Lieben — dessen Altersbestimmung sehr wünschenswert wäre — cechische Namen wie Roubicek, Borovicka, vergisst aber, das Alter der betreffenden Grabsteine anzugeben. Ich bezweifle das Vorkommen speziell dieser Namen vor mehr als 250 Jahren. *) 12B sind die Mitglieder der Kommission zur Abfassung der Tekanot gegen den Luxus sehr unvollständig aufgezählt. Wenn St. auf Seite 126 behauptet, die Familie Jeiteles blühe urkundlich laut Wappenbrief Karl IV. seit dem 13. Jahrhundert in Böhmen, so glaube ich, beruht dies auf einem Missverständnis. Die Familie Jeiteles erhielt nämlich von Karl VI. eine Bestätigung eines älteren Privilegiums, nach welchem sie eine Apotheke halten durfte, darauf dürfte der Wappenbrief Karl IV. zu reduzieren sein. Aber selbst für denm. E. ganz ausgeschlossenen Fall, dass wirklich ein Wappenbrief Karls IV. für die Familie Jeiteles existiert, würde dies höchstens ein Vorkommen dieser Familie in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts, nicht ein Blühen derselben im 13. Jahrhundert beweisen. Höchst merkwürdig sind die literarischen Bemerkungen St. So erzählt er S. 131, Peter Beer habe sich wegen seines Verhöhnens der religiösen Satzungen die Abneigung der Obskuranten zugezogen. Hält der Verf. wirklich jeden für einen Obskuranten, der an einer solchen Verhöhnung keinen Gefallen findet? Die Behauptung, dass das Buch Peter Beer’s später selbst von den ״orthodoxesten“ Juden gesucht wurde, ist mehr als übertrieben. Wenn Verf. von dem ״rühmlichst bekannten Pädagogen Herz Homberg“ (S. 85) spricht, so empfehlen wir ihm zur Erkenntnis des wahren Charakters Hombergs die Lektüre von Wolfs kl. hist. Schriften S. 195. Von Lippmann Hellers Werken führt St. S. 77 nur den תוס, יו״ט an, von David Gans hingegen (S. 70) will er nur die bekanntesten Schriften aufzählen und nennt alle auf uns gekommenen Werke dieses Gelehrten. S. 128 lässt Verf. den Benedikt Jeiteles, der wohl bekannter unter Baruch J. ist, aus ״dunklem Gewölk talmudischer Forschung“ hervortreten und führt seine ״Glossen zum Commentar des Maimonides“ an, ohne zu ahnen, dass der so merkwürdig zitierte טעם המלך ein Superkommentar zu Belmontes ganz in den Kreis ״talmudischer Forschung“ gehörenden Mischne-Tora-Kommentar שער המלך ist. Jeiteles hat — nach St. — sich auch der ״ernsten Wissenschaft“ gewidmet durch Herausgabe der ״Haoreb“, polnische Briefe zweier Rabbiner in Prag; ״Kibrat Hataaba Thessalonich“ Wien 1797.“ Die Ignoranz, die aus dieser Zitierung hervorgeht, ist geradezu himmelschreiend. Denn האורב sind ebensowenig polnische Briefe, als ״Thessalonich“ zum Titel ״Kibrot Hataaba“ gehört. Bekanntlich hat Jeiteles dieses polemische Buch unter einem Pseudonym angeblich in Saloniki, tatsächlich in Wien drucken lassen; St. scheint nun ein bibliographisches Hülfsmittel nachgeschlagen zu haben, in dem ungefähr folgendes stehen dürfte: Haoreb, polemische Briefe ....־. Kibrat Hataaba . . . . , Saloniki (Wien 1797); Durch seine Flüchtigkeit hat nun St. es zustande gebracht, obigen Unsinn herauszulesen. Zum Schlüsse beschäftigt sich St. mit den Altertümern der *) Die offenkundigen Beweise für den Gebrauch der cechischen Sprache bei den Juden, wie die Ausrufe der ehemaligen Schulklopfer in Prag, kennt St. nicht.

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