Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IX (1905)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Prager Judenstadt. Da werden uns überflüssiger Weise auf fast zwei Seiten (S. 158, 159) die Namen der Fürstlichkeiten und hervorragenden Männer mitgeteilt, die anlässlich des Besuches des alten jüdischen Friedhofes in Prag ihren Namen in das aufliegende Gedenkbuch eingetragen. Auf S. 160 wird Schallers Behauptung, die Juden hätten sich 71 Jahre vor der Ankunft der Slaven in Böhmen angesiedelt, mit 2 Fragezeichen geschmückt; an Stelle der Fragezeichen hätte ich lieber angeführt gesehen, dass schon Schottky schlagend bewiesen hat, dass Schaller zu seinem Resultat selbst auf Grund seiner mehr als zweifelhaften Hypothesen nur durch einen groben Rechenfehler gelangen konnte. Geradezu unverständlich ist Steins Bemerkung über die Grabsteine der Sara Katz und der Schöndel; hier passiert ihm auch der Lapsus, den Grabstein der Sara Katz zweimal zu besprechen, wahrscheinlich sollte der Zweitälteste Grabstein des Yorbeters Josua besprochen werden. Unnötig ist die Angabe, dass Schöndel nach Gal-ed 979, nach Podiebrad 980 starb; eine kleine Berechnung zeigt, . dass ר״ח כסלו תש״ם auf den 23. November 979 fällt. Ob die Neusynagoge die jüngste der Prager Synagogen ist, ist sehr zweifelhaft, da ein בה״ב חדשה auf einem Grabstein schon 1594 erwähnt erscheint, wenn auch dort die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, darunter die gerade damals erbaute Meiseisynagoge zu verstehen. Unverständiich ist auch das der Pinkassynagoge gewidmete Kapitel (S. 166), in welchem der unbefangene Leser alles über diese S}magoge Gesagte direkt auf die Neusynagoge beziehen muss. Wenn Stein die Klaus- Synagoge nach dem Brande im Jahre 1689 teilweise umbauen lässt (S. 168), so übersieht er, dass an Stelle der heutigen Synagoge früher drei kleine Synagogen bestanden, die sich erst anlässlich des Neubaues vereinigten. Erwähnenswert wäre jedenfalls, dass die Klaussynagoge vom hohen Rabbi Löwe gegründet worden ist. Ob wirklich Elia Spira Prediger dieser Synagoge war, kann ich momentan nicht nachprüfen, ist aber deshalb unwahrscheinlich, weil Elia Spira unzweifelhaft Darschan der Grossen Hofsynagoge war, und es überdies unwahrscheinlich klingt, dass in einer Synagoge gleichzeitig zwei Prediger tätig waren, wie Stein annimmt. Doch, ich meine, die Blütenlese aus der ״Geschichte der Juden in Böhmen״ ist reich genug, wenn auch noch nicht vollständig. Was übrig bleibt,, sind zum Teil längst veröffentlichte Aktenstücke, zum Teil, wie die Geschichte der Juden in Eger und die Daten über die böhmische Landesjudenschaft, anderen Autoren zu verdanken. Ein halbwegs gutes Kapitel aus den letzten Zeiten, die Biographie R. Aron Kornfelds, ist unverhältnismässig lang gediehen. Bei aller Verehrung für diesen Gaon ist es nicht angemessen, in einem Buche, das zeitgenössische Männer wie R. Simon Lasch, R. Samuel Freund, R. Juda Teweles, R. Hirsch Teweles überhaupt nicht kennt, ihm einen so langen Abschnitt zu widmen. Auf den Titel ״Geschichte der Juden in Böhmen“ kann Steins Schriftchen umsoweniger Anspruch erheben, als es von den zahlreichen alten Judengemeinden kaum 1Ö anführt. — S. II. Lieben (Prag).] VOELTEß, D,, Aegypten u. die Bibel. Die Urgeschichte Israels im Licht der ägyptischen Mythologie. 2. neuboarb. Aufl. Leiden, Buchh. u. Druckerei vorm. E. J. Brill, 1904. VII, 116 S. 8°. Mk. 2,50.