Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 186 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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186 Miszellen und Notizen von M. Steinschneider. (Fortsetzung von K 53: ״JücL Aerzte“ u. s. w׳.) Anhang II. Gedichte über Aerzte, Medicin u. s. w. Da die Abfassungszeit der Mehrzahl aus den nass, nicht mit Sicherheit oder Genauigkeit zu ermitteln war, so folgen sie hier nach alphabetischer Reihenfolge des Anfanges. Die Gedichte, fast nur Epigramme, bis auf zwei oder mehr unedirt, habe ich seit vielen Jahren grösstenteils aus medicinischen Handschriften selbst abgeschrieben oder abschreiben lassen. Einige zeichnen sich durch Witz und pikante Anwendung von Bibelphrasen aus, andere sind lahm, hölzern oder gespreizt, gesucht und unklar; fast alle sind nach dem mittelalterlichen Metrum geformt; da es sich aber hier nicht um die ästhetische oder literarhistorische Bedeutung, sondern um die kulturhistorische Verwendung handelt, so habe ich das Metrum nur für die Herstellung des Textes angewendet, wo es mit einiger Sicherheit geschehen konnte. — Der Tendenz nach lassen sich die meisten in 2 Reihen teilen: Für die Aerzte gegen das Publikum, das den Arzt ungebührlich behandelt, oder satirisch gegen den Arzt und seine vermeintliche Kunst. Die Grundgedanken sind nicht originell und nicht neu; wir kennen äusserst wenige der Autoren, auch nicht die Zeit der Einkleidung in hebräisches Gewand; sehr wenige gehören zu einem bestimmten Werke. Da also an eine chronologische Anordnung nicht zu denken war, so bot sich für die Reihenfolge am bequemsten die alphabetische des Anfangs. Die Originale meiner Gopien sind mir jetzt zum grössten Teil unzugänglich und aufs Geratewohl darf man gar nicht oder nur mit grosser Einschränkung emendiren. Ich habe jede Abweichung vom ms. (dessen Quelle in den folgenden Noten stets zuerst angegeben ist) im edirten Texte in den Noten vermerkt. Mehrere glückliehe Vermutungen verdanke ich der Freundlichkeit des Herrn Dr. Porges (Leipzig), wofür ich hiermit ihm gern danke. Die meisten seiner Conjeeturen sind mit P bezeichnet. Leider sind einige verstümmelte Stellen auch für ihn vorläufig unheilbar geblieben; möchten diejenigen, denen die angegebenen mss. zugänglich sind, die Nachkur vornehmen. — Ich habe zu der beliebten N. 16 folgenden Versuch einer möglichst treuen deutschen Nachbildung gewagt: Jedweden Kranken suche zu bedienen. Doch lasse auf Genesung ihn nicht zählen. Lass Deine Kunst Dir nach Gebühr bezahlen, Mag er gesunden, mag der Tod ihn quälen. Geniess’ und schlafe nicht in seinem Hause;