Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 181 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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181 Die Ereignisse nach der Ankunft im Schlosse sind etwas verändert: Der Ritter Wigalois-Wieduwilt folgt einem geheimnisvollen Tiere (im Artushof einem Hirsche) in den Wald, das sich hier in einen Menschen, und zwar in den verzauberten alten König verwandelt. Während der Held in der älteren Dichtung nur einmal eine Unterredung mit diesem hat, hierbei Mitteilung von dem zunächst folgenden Abenteuer, aber auch Aufschluss über seinen bisher von ihm noch nicht gekannten Vater erhält, sieht Wieduwilt im ״Artus״ hof“ den verzauberten König wiederholt und wird über alles ihm Bevorstehende unterrichtet. In der Darstellung der weiteren Erlebnisse des Helden herrscht im ganzen Uebereinstimmung: Wieduwilt durchzieht ein brennendes Land, kämpft mit einem Lindwurm, wird von einem Fischer ohnmächtig aufgefunden und wird durch eine Königin, deren Gatten er von dem Lindwurme errettet hatte, aus den Händen des Fischers befreit, der ihn in seiner Habgier töten wollte. Es folgt noch die Begegnung mit des Riesen Mutter, Wieduwilts wunderbare Errettung aus ihrer Gefangenschaft, Ueberschreiten einer gefährlichen Brücke nach einem abermaligen Kampfe, (Vernichtung eines feurigen Ungetüms, nur bei Wirnt, nicht im Artushof), Besiegung des Wächters vor dem Schlosse des Riesen, nochmalige wunderbare Rettung vom sicheren Tode durch des Riesen Mutter und endlich Besiegung des Riesen selbst, wegen dessen Wieduwilt ausgezogeri war. Der Hauptinhalt des letzten Drittels des Wigalois (von 7905 an) — Bekehrung des einen Riesen (Grafen Adan) zum Christenturne, Bericht von seiner Anhänglichkeit und namentlich die breite Schilderung des Kampfes gegen Lion — findet sich nicht im ״Artushof״. Dafür bietet letzterer einen ganz eigentümlichen Schluss: Wieduwilt wird von des Riesen Mutter nur unter der Bedingung am Leben gelassen, dass er ganz stumm bleibe, bis Lorel seine Wunde geheilt und ihn drei Tage hintereinander zum Reden1) aufgefordert habe. Als er nun an den Hof des Königs kommt (bei Wirnt des Grafen Moral), den er vom Lindwurm gerettet hatte, wünscht jener, um seinen Dank zu bekunden — ihm seine Tochter, die dem Ritter — allerdings wider seinen Willen, den Speer aus der Wunde gezogen hatte, zur Gattin zu geben. Alle Vorbereitungen zum Hochzeitsfeste werden getroffen, Wieduwilts Mutter, Gawain, König Arthur treffen ein, sowie auch die dem Ritter schon früher verlobte Lorel mit ihrem Vater. Letztere erheben ihre Ansprüche auf Wieduwilt; als dieser nun, der bisher seinem Eide getreu ge- ב) In Wagenseils Uebersetznng findet sich irrtümlich ״reiten״ statt ,,reden״. (S. 285).