Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1904)
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 180 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Der Inhalt beider Erzählungen ist kurz folgender: Die Einleitung versetzt uns an König Artus’ Hof mit seinem Leben und Treiben. Eines Tages erscheint ein Ritter, der der Königin einen kostbaren Gürtel verehren will. Diese ist zu stolz, ihn anzunehmen; eine Herausforderung zum Zweikampf ist die Folge. Der Königin Ritter Gawain wird von dem Fremden besiegt und als Gefangener fortgeführt. Nach längerem Marsche kommt man in ein Land, das dem fremden Ritter selber als Königreich eigen ist. Gawain erhält die Tochter des Königs zur Gattin und beider Sohn Wieduwilt (Wigälois) ist der eigentliche Held der Erzählung. Zum Jünglinge herangewaChsen, hört er von seinem unterdessen wieder an Artus’ Hof zurückgekehrten Vater. Er macht sich auf die Suche nach ihm, findet ihn und weilt unerkannt an seiner Seite. Als bald darauf eine Jungfrau zu Artus kommt, um Hilfe für die von einem Riesen verfolgte Tochter ihres Herrn zu erflehen und diese Königstochter dann als Siegespreis in Aussicht stellt, erbietet sich Wieduwilt, da keiner sonst es wagt, jener zu folgen. Die Jungfrau verhöhnt ihn wegen der vermeintlichen Anmassuäg, bei seiner Jugend solch ein Abenteuer bestehen zu wollen; er aber vollfuhrt eine Reihe von Heldentaten — deren Erzählung den grössten Teil des Ganzen in Anspruch nimmt. Er erhält schliesslich auch, nachdem er% den Riesen getötet hat, die Hand jener Königstochter und es findet eine feierliche Hochzeit statt. Der Artushof zeigt anfangs engere Anlehnung an die Quelle als später; bis zum Beginne der Abenteuer Wieduwilts auf seinem Marsche mit der Botin lässt sich kein wesentlicher stofflicher Unterschied feststellen. In der Erzählung dieser Abenteuer selber weicht jedoch der Artushof vom Wigälois ab. Die beiden ersten in Wirnts Dichtung erzählten Kämpfe — mit einem Ritter, bei dem die Wandernden übernachten wollen (Wigälois ed. Benecke 1978), sowie mit zwei Riesen, die eine Jungfrau geraubt haben 2062), fehlen in der jüd.-deutschen Bearbeitung gänzlich. Dagegen berichten beide übereinstimmend von den folgenden Abenteuern: Kampf mit einem Ritter, der ein Hündlein, das Wieduwilt seiner Begleiterin geschenkt hat, beansprucht (2208); Kampf mit einem Ritter zu Gunsten der um den Schönheitspreis (Pferd und Vogel im Käfig) betrogenen Jungfrau, wobei aber im Artushof die Episode von der Königstochter von Persien (2684) ausgelassen wird (2514); Zweikampf mit dem Ritter, der sich ebenfalls die Befreiung der verfolgten Prinzessin vorgenommen hat (3401). Die unbedeutende Erzählung vom Zusammenstosse mit dem Schlosswächter fehlt im ״Artushof“.