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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-11-01 · 6 (November-Dezember 1904) · p. Seite 163

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
6 (November-Dezember 1904)
Date
1904-11-01
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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16ä — t)as. 28,11 ויפגע במקום וצר lautet: bei Gunkel S. 280 Zufällig trifft Jaqob eine bestimmte Stätte, zufällig sucht er sich gerade diese zum Üebernachten aus, und zu־ fällig nimmt er einen von den Steinen zum Kopfkissen. bei Kahan S. 85 בא במקרה אל אותו המקום ששם שבינה שורה ובמקרה לקח אבן מאבני המקום •ושכב עליה?, Solche Uebereinstimmungen, die keineswegs blosse Zufälligkeiten sind, gehen durch das ganze Euch hindurch, ohne dass auf diese Quelle in gebührender Weise hingewiesen ist. Da Gunkel’s Kommentar weit ausführlicher ist — er umfasst 450 Seiten so fehlt bei Kahan auch sehr vieles, was dort steht, aber Methode, Anlage und Inhalt seines Buches sind darum doch dem von Gunkel entlehnt. Dorther stammt der Grundstock, und ihm gegenüber kommt gar nicht in Betracht, was der Verf. zur näheren Erörterung von sprachlichen und archäologischen Dingen, die in seiner Vorlage kurz gehalten sind, hinzufügt, oder wenn er die Bemerkungen seiner Quelle durch Öitate aus Talmud und Midrasch verbrämt Auch die beigegebenen Erklärungen von H. P. Ch&jes, die vielfach recht geistvoll sind, vermögen an dem Gesamteindruck nicht zu ändern. Mit dem Nachweis der Unselbständigkeit des Verfassers und der Feststellungseiner Quelle ist der Referent im vorliegenden Falle seiner Pflicht nicht ledig; eine weit wichtigere prinzipielle Frage bleibt zu erörtern. Wie wäre es, wenn der Verf., nach dem in der wissenschaftlichen Literatur üblichen Brauche, seine Quelle genannt und denselben reichen Gebrauch von ihr gemacht hätte? Es werden viele geneigt sein, ein solches Verfahren zu billigen, denn warum sollte ein an sich vorzügliches Buch, wie Gunkels Kommentar es ist, nicht einer neuen Erklärung zugrunde gelegt werden? Ich gestehe, dass ich den Kommentar des Herrn Kahan auch in diesem Falle abgelehnt hätte. Einmal weil er, und das hat die Kürze des vorliegenden Buches verschuldet, als sicheres Resultat der Forschung hinstellt, was in. seiner Vorlage ausführlich erörtert und als Hypothese gegeben ist; die vielen ״Vielleicht“, ״Wohl“, ״Kann“, ״Mag“ u. s. w. bei Gunkel, die in der zweiten Auflage noch vermehrt worden sind, (vgl. Vorw. dazu S. VII), sind bei der ümgiessung in die neue Form fast ganz ausgefallen. Das zweite und schwerwiegendste Bedenken aber müsste der Standpunkt bilden. Gunkel’s Kommentar ist vom Verfasser u. A. dazu bestimmt, dem Interesse des praktischen Geistlichen — selbstredend des protestantischen — zu dienen. Der hebräische Kommentar des Herrn Kahan wird von jüdischen Autoren für jüdische Leser geschrieben. So verschieden unsere Auffassung von Grundfragen, vom Entwicklungsgang und dem Endziel der Refigion von der des Protestantismus ist, so verschieden muss auch unsere Bewertung der religiösen Urkunden sein. Die vielfach von jüdischen Gelehrten verfolgte Methode, die Ansichten der protestantischen Theologen einfach zu übernehmen und nur das Unjüdische und Antijüdische daran fortzulassen, führt zu Halbheiten und Lächerlichkeiten. Eine davon will ich an dem Beispiele des Herrn Kahan kennzeichnen. Die Jaqobsgeschichten werden von Gunkel z. T. als humorvolle Erzählungen von gelungenen Streichen Jaqobs aufgefasst und vom Empfinden des ״modernen Christen“ aus in durchaus decenter Weise kritisiert. Herr Kahan wollte es doch nicht wagen, seinen Lesern eine solche Auffassung von Jaqob vorzutragen, und half sich, indem er einfach über den Punkt sich ausschwieg. Während er sonst auf

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