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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-09-01 · 5 (September-Oktober 1904) · p. Seite 157

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
5 (September-Oktober 1904)
Date
1904-09-01
Page
Seite 157 (sequence 29)
Language
German
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und umgekehrt; 96 ״Und dass ich Ihnen hier nicht etwa eine willkürliche, durch meine lebhafte Phantasie geschaffene und gezeichnete Figur des jüdischen Arztes vorführe, sondern im Rahmen der Wirklichkeit mich bewege, u. s. w.“ Das erste Beispiel ist Maimonides, der bekanntlich kein Rabbiner war; das 2. ist Raschi, von welchem der Redner sich Folgendes erlaubt (S. 98) : Der wundersam begabte Rabbi, den seine französischen Zeitgenossen (!) ״le prince des commentateurs“ nannten, liefert in seinem grossen, die ganze jüdische Religionslitteratur umfassenden Werke auf Schritt und Tritt Beweise seines ärztlichen Wissens.“ Die französische Be״ nennung ist natürlich eine freie Uebersetzung Carmoly’s (Hist, p. 40 S. 39: Sal. b. Ishak — arabisch?), der hier als Stümper übertroffen erscheint. Das umfassende Werk hat ausser dem Redner bisher Niemand auf Schritt und Tritt verfolgt.1) S. 100 Isaak b. Asman (so) 799, S. 101 Isaak^b. Amram (bei Carmoly p. 19,24, 38 in 3 Personen gespalten), war nicht Jude, hiessb. ‘Imran; S. 100 Ibrahim b. Sahl, war zum Islam übergetreten.• Gegen die Kritik populärer Reden und Aufsätze lautet gewohnlich die Einrede (oder Ausrede), es komme ja nicht auf die Genauigkeit in Einzelheiten an, sondern auf die Richtigkeit der leitenden Ideen, insbesondere auf die Tendenz. Allgemeine Behauptungen sind aber Abstraktionen einzelner Tatsachen und der mit ihnen zusammenhängenden Erfahrungen in Leben und Lehre. Die geschilderte Rede beleuchtet das recht deutlich. Der Redner, wie alle, die ohne eigenes Studium sich zu Lehrern aufwerfen, ״meint es ja recht gut“, und doch dürften die jüdischen Aerzte ihrem Lobredner den bekannten Spruch zurulen: ״Gott behüte uns Vor solchen Freunden“! Die Unwahrheit verfehlt hier sehr leicht ihr Ziel, indem sie den Gegnern die schärfste Waffe — die der Lächerlichkeit ■—• darbietet. Darf man überhaupt durch Unwahrheiteü löbliche Zwecke 'verfolgen? Die ״Notlüge“ ist nicht bloss die Achillesverse rationeller Ethik. Die Wahrheit (heisst es im jer. Talmud) ist das Siegel Gottes; dennoch erlaubt der Midrasch Gott selbst eine leichte Unwahrheit, um den Hausfrieden zwischen Mann und Weib nicht zu stören. Die jüdischen Vereine befinden sich aber nicht in Not, dürfen und müssen von ihren Rednern über Geschichte und Literatur Sachkenntnis und strenge Wahrheit verlangen, sonst werden sie eine Pflanzstätte für Täuschung, Einbildung, Anmassung und Verkehrtheit. נ) S. 99 wird eine satirische Bemerkung Saphir’s angeführt, deren Pointe offenbar missverstanden ist. ״Die Aerzte sollen nicht, wie die Priester, für den Himmel sorgen*‘, heisst, nur, sie sollen die Kranken nicht dahin bringen,

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