Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 156 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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156 Verbände der Vereine für jüd. Gesch. u. Lit. in Deutschland, V. Band, Berlin 1902, enthält S. 78—109: ״lieber jüdische Aerzte“, von Universitäts-Dozent Dr. Maxm. Schächter. Der Redner drückt seine Absicht in rhetorischen Phrasen aus s(S. 80); er will die jüd. Aerzte kennzeichnen, auch ihre Leistungen für die Welt überhaupt. Die Bedeutung derselben wird durch allgemeine Thesen begründet, durch Beispiele anschaulich gemacht. Der ״geschiehtliehen Treue“ soll entsprochen (S. 88), der grosse Fehler tendenziöser Parteilichkeit für den Dieblingsgegenstand Vermieden werden (S. 92). Von den Quellen für allgemeine Behauptungen und einzelne That- Sachen braucht man dem gemischten Zuhörer - Publikum keine Rechenschaft zu geben, auch nicht beim Abdruck einem solchen Leserkreis. Wenn Redner (Verf.) eine auf dem Gebiete bekannte Autorität ist, so wird man für eine Anzahl seltsamer Dinge als Quelle eigene Forschungen voraussetzen; ist das nicht der Fall, so wird die Frage nach den Quellen und deren Glaub würdigkeit berechtigt sein. Hr. S. beruft sich wenigstens dreimal (S. 88, 91 1. Z., 97 Z., 6) auf ״Landau“, einmal (S. 81) auf Carmoly (neben Virchowl). Landau’s Gesch. d. jüd. Aerzte, Berlin 1895, ist nur eine unbrauchbare Bearbeitung von E. Carmoly (Schriften über Medicin n. 76), dessen Histoire des Med. juifs (1844) in der Tat eine reiche Quelle — von ״Plagiaten, Ausschmückungen, Erfindüngen, Fälschungen“, zum Teil im Namen dreier Grossväter Carmoly (wie sie nie geheissen haben), deren einer angeblich historische Notizen gesammelt hat, die sich im Nachlasse Carmoly’s nicht vorgefunden, weil sie niemals existirt haben (Schriften u. s. w. n. 44). Vor dem Gebrauch dieses Buches ist wiederholt gewarnt worden, unt. And. in Virchow's Archiv, welches der Apologet der jüd. Aerzte von seinen Studien ausgeschlossen zu haben scheint, da er dort beleuchtete Fabeln, z. B. über Salerno (S. 100) mit ״geschiehtlicher Treue“ erzählt. Nach diesen Bemerkungen wird man die bekannte Arbeit des Herkules an diesem Vortrage nicht verlangen und sich mit der Angabe einiger eklatanten Stellen begnügen, aus welchen ersichtlich ist, dass der Redner die Glaubwürdigkeit seiner abgeleiteten Quellen nicht geprüft, die eigentlichen nicht selbst be-: benutzt hat. S. 88 Sahl lehrt auf den Strassen Bagdads; 84 Israeli’s Diät, wird 1555 ins Lateinische übersetzt; 85 Montpellier fast ausschliesslich von jüd. Aerzteü gegründet; in Padua und Salerno Vorlesungen in hebr. Sprache; Prophatius Dekan (auch S. 100); 90 Mayer Arguadez (sic!) aufs Rad geflochten; der Arzt Efodi geht nach Jerusalem; 93 Die jüdischen Aerzte übersetzen die Griechen ins Arabische u. Hebräische; 95 Die Rabbiner Aerzte