Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- Seite 155 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2254995-7565913-7600148--1615-2256541- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 155 — Nichts gemein;1) ja er stand mitunter in Widerspruch zum Gesetz, wie wenn er in seiner Compilation Mittel für Abtreibungen angab, die man euphemistisch ״Mittel für Menstruation“ nannte. In einem Münchener ms. enthält ein Amulet, am Orte der Tefillin za befestigen, die Namen Kaspar Melchior Balthasar.2 * * * * *) Was die Stellung des Arztes innerhalb der Gemeinde und etwaige Anstellung betrifft, fehlt es noch an quellenmässigen Dar- Stellungen. Nicht besser steht es um allgemeine Ansichten über Aerzte und ihre Kunst. Auch in der jüdischen Literatur, wie in allen anderen, fehlt es nicht an Hohn und Spott, neben dem Misstrauen. Am Ende des XII. Jahrh. parodirte Josef ibn Sabara in seinen מאמרי הרופאים die Aphorismen des Hippokrates, in 4 satirischen Kapiteln, denen sich ein äusserst kurzes versöhnendes 5. anschliesst, (s. den Artikel in Ersch u. Gruber Bd. 31 S. 96). Das Schriftchen ist eben mit 2 anderen aus dem bekannten Exemplar des einzigen Druckes in der Bodleiana herausgegeben unter dem hebr. Titel שלש הלצות . . . לח יוסף זבאיה . . . נוייורק תרס״ד, auch ״Three Satires . . ascribed (?) to Joseph Zabara . . edited anew . . . with notes, emendations and [Hebrew] introduction, New York 1904 (32 S.),8) wo (S. 8) Parallelen bei Charisi und Kalonymus citirt werden. Eine kleine Lese meist kurzer hebräischer Verse (Epigramme), worin sich verschiedene Ansichten über Aerzte und Arzneien spiegeln, sollen den 2. Anhang zu diesen Betrachtungen bilden, welche dahin zielen, die Anforderungen anzudeuten, welche an denjenigen gestellt werden dürften, der sich berufen fühlt, öffentlich darüber zu Sprechen, und danach eine der jüngste Leistungen zu prüfen. Das Jahrbuch für jüd. Geschichte und Literatur, her. vom Muttersprache noch lateinisch. Der jüdische Arzt beherrschte (!) das Hebräische, Arabische, Griechische (!), Lateinische und Französische und trug die Wissenschätze dieser Sprachen wie die Bienen zusammen.״ Ich kenne keinen jüdischen Arzt, der alle diese Sprachen verstand — vielleicht beherrscht sie der Vortragende? Jüd. Aerzte des Mittelalters, die Griechisch verstanden, hat es ausserhalb Griechenlands kaum gegeben. *) Wie wenig jüdisches Gesetz mit Medicin gemein hat, beweist Lamprontfs פחד יצחק, wo über רפואה (Berlin 1885) s. 144, nicht mehr als ein Dutzend Zeilen. 2) Carl Meyer, der Aberglaube des Mittelalters, Basel 1884 (auf die Partie über Juden S. 192 ff. komme ich anderswo zurück, ein Schlagwort Juden fehlt im Register S. 877) erzählt (S. 266, 258) von ״Zeddeln“, worauf die Gebote Moses, welche die Juden in Kapseln am Arm oder auf der Brust (!) trugen,' und denen sie die Kraft zuschrieben, böse Geister und überhaupt allerlei Unheil fernzuhalten. Dass die Tefillin, griechisch Phylacterien, noch jetzt getragen werden, blieb dem Prof, in Basel unbekannt. 8) Vgl; diese Zeitschrift oben S. 66.