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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-07-01 · 4 (Juli-August 1904) · p. Seite 123

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
4 (Juli-August 1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 123 (sequence 27)
Language
German
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123 Di© Hinzufügung eines Verfassers — sowie auch die kleine Veränderung des ursprünglichen Titels ״König Artis Hof“ in ״Ein schön Maase von König Artis Hofu — wäre somit erklärt. Schwierig bleibt noch der Ursprung des längeren Vorwortes, das sich bei Wagenseil findet, dagegen nicht in der erhaltenen Amsterdamer Ausgabe vorhanden ist. Dieses längere Vorwort, das mit; den Worten beginnt: ״Ich hab’ bei all mein Tagen viel von König Artis Hof hörn sagen״, muss in Wagenseils Vorlage enthalten gewesen sein. Wir können aber nicht annehmen, dass es deren Verfasser hinzugedichtet hat, da der Inhalt zeigt, dass dieses Vorwort das ursprüngliche ist, während sich das in der Amst. Ausg. von 1683 befindliche als Verkürzung erweist. Die Worte ״Biss ich hab eins gefunden geschrieben aus . . . und hab dis Buch gestelt in Reimen״ deuten darauf hin, dass diese Einleitung von dem ursprüngliehen Verfasser des Artushofes herstammt, der eine handschriftliche Bearbeitung des Wigalois vorfand und diese dann in Reime stellte (s. weiter unt.). Keinesfalls konnte ein blosser Abschreiber oder Abdrucker sich so ausdrücken Auch das Sprichwort: ״Es geht hinnen zu, as wenn es König Artis Hof war“ spricht für die frühe Entstehung dieses Vorworts, da es sich in Eyring’s sowie in einer anonymen in Frankfurt erschienenen Sammlung von Sprichwörtern findet, die beide aus dem Anfänge des 17. Jahrh. stammen, während spätere Sammlungen jenes Sprichwort nicht mehr enthalten. Das längere Vorwort stammt also aus dem ersten Drucke des Artushofes, als den wir den von Sabb. Bass erwähnten Amsterdamer zu betrachten haben. Als Entstehungszeit desselben dürfen wir das dritte Viertel des 17. Jahrhunderts ansetzen; denn die erste Amsterdamer Ausgäbe ist — wie wir gleich sehen werden — vor der Prager entstanden, die zwischen 1652 und 1679 fällt, ist aber kaum vor 1647 gedruckt worden, da in diesem Jahre das erste profane jüdischdeutsche Buch in Amsterdam erschien. Auch diese erste Ausgabe des Artushofes mag von Josel Witzenhausen gedruckt sein, da er zur Zeit ihrer Entstehung (1650—75) in Amst. als Setzer tätig war und zwar gerade im Dienste des Verlegers Benveniste, bei dem einige der ersten jüdisch-deutschen Drucke, z. B, der Brantspiegel (1656) erschienen. Aus der ersten Ausgabe scheint also das längere Vorwort, das mit den Worten schloss: ״Bald in unsern Tagen, drauf wollen wir amen sagen״ in Wagenseils Vorläge übergegangen und von da — mit den beiden den angeblichen Verfasser nennenden Schlussversen: Zu Ehren u. s. w. versehen — zu Wagenseil selber und zu den späteren Ausgaben gekommen zu sein, während die spätere Amst. Ausg. und der Hanauer Abdruck ein verkürztes Vorwort aufweisen und keinen Verfasser nennen, (Forts, folgt).

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