Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-07-01 · 4 (Juli-August 1904) · p. Seite 119

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
4 (Juli-August 1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 119 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2254995-7565913-7600146--1578-2256505
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

119 mimdinas Hessen mik׳(hilloh) k(dauschoh) Witzenhausen nennt. Ueber seine Lebenszeit und Tätigkeit lässt sich folgendes ermitteln: In den Jahren 1644, 47/48, 68/70, 73, 76, 78/86 wird er als Drucker in Amsterdam genannt1); da seine Tätigkeit sonst nirgends nachzuweisen ist2 *), so ist wohl anzunehmen, dass er den grössten Teil seines Lebens als Drucker in Amsterdam verbracht hat* Im Jahre 1680 wird Josel — ehrwürdiger Greis genannt 8). Aus dieser natürlich nur dem Alter zustehenden Bezeichnung können wir schliessen, dass er etwa um 1610 geboren wurde. Josel ist wohl in frühem Mannesalter von seiner Geburtsstadt Witzenhausen nach Holland ausgewandert; um 1640 verlegten viele Juden ihren Wohnsitz in dieses Land, da sie hörten, wie gut es ihren Glaubensgenossen dort ging4). Da wir nach 1686 Josels Namen als den eines Lebenden nicht mehr finden, ist anzunehmen, dass er in diesem Jahre oder kurz darnach starb. Hauptsächlich bekannt geworden ist Josel durch seine hier weiter nicht zu betrachtende Bibelübersetzung, aus deren Vorwort wir ersehen, welch׳ tüchtiger, gewissenhafter Drucker er war, und welch' ungewöhnliches Wissen er sowohl auf hebräischem wie auf profanem Gebiete besass. Dass es ihm nicht an Anerkennung fehlte, beweist des berühmten Athias* Vorrede zur Bibelübersetzung wie auch das Vorwort in der Biblia pentapla, Wandsbeck 1711. Diesem Josef Josel von Witzenhausen wird nun der ״Artushof“ zugeschrieben. Das Werk ist meistens aus J. Ch. Wagenseils ״Belehrung der jüdisch-deutschen Red- und Schreibart“ (1699) bekannt (so v. d. Hagen, Schröder, Fränkel). Es sind ausserdem folgende Ausgaben vorhanden: Amsterdam 1683, Hanau ]710, Wilhermsdorf 1718, Fürth 1786 und eine abweichende Version Prag ca. 1670. Die Urheberschaft des Josel wird zweifach bewiesen: 1) durch das in Wagenseil’s Abdruck sich findende Vorwort zum מ Artushof“, in dem sich Josel selbst als Verfasser bezeichnet (ich citiere aus dem oft abgedruckten Vorwort nur die besonders wichtigen Zeilen): 0 Steinschneider Cat. JBodl. II. 2) Die Wilhermsdorfer Ausgabe des ״Artushofes“ vom Jahre 1718 (s. unt.) enthält allerdings am Schlüsse die Bemerkung ״gedruckt von Josef ben Alexander Witzenhausen״. Es ist selbstverständlich, dass diese Bernerkung einfach von der Vorlage gedankenlos abgedruckt ist, da Josel zu dieser Zeit längst nicht mehr gelebt hat. *) Vorrede zur Bibelübersetzung des Josel. 4) Grätz, vol. 9 S. 472 ff.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.