Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 4 (Juli-August 1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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118 als Verfasser des Werkes; Steinschneider (im Serap. L c.) sieht ihn als den Bearbeiter einer jüngeren Version der Erzählung an. Wackernagel und Schröder sind der Ansicht, dass der ״Artushof״ in das sechzehnte Jahrhundert zurückgeht; ersterer spricht Josel die Autorschaft ab, letzterer nicht. — Fast sämtliche neigen ferner der Annähme zu, dass die Quelle nicht Wirnts ״Wigalois“ selber ist, sondern folgern aus dem Ausdrucke ״in Reim gestellt״., der sich im Vorworte zum ״Artushof״ findet (s. u. S. 120), dass ein Prosaroman, das Volksbuch von ״Wigalois“ x) die unmittelbare 1 orlage gewesen sei, ohne dabei v. d. Hägens treffliche Bemerkungen im ״Museum״ zu beachten, wo die Unwahrscheinlichkeit einer solchen Annahme von vornherein gezeigt wird. — Wiederholt wird ferner der ״Artushof״ mit der hebräischen Bearbeitung der Arthursage aus dem dreizehnten Jahrhundert in Zusammenhang gebracht2 *)* obwohl letztere — wie man sich leicht aus dem Berliner’schen Abdrucke im ״Magazin für die Wissenschaft des Judentums1885) ״) überzeugen kann — eine Uebersetzung des Romans von Lancelot du Lac ist8), also nicht das geringste mit dem Wigälois-Stoffe zu tun hat. Bei all’ diesen einander widersprechenden und lückenhaften Mitteilungen über den ״Artushof״ dürfte es nicht unangebracht sein, über Inhalt und Quelle des Werkes sowie über seinen Verfasser nochmals einiges zu sagen. Josef Josel4 5), Sohn des Alexander, wurde in Witzenhausen geboren; es kann kein Zweifel darüber herrschen, dass Witzenhausen in Hessen der Geburtsort ist, da Josel am Schlüsse einiger von ihm gedruckten Werke6) sich ausdrücklich Josef Josel ben Alexander G־. Paris »Histoire littdraire de la France“ vol. BO, Schröder *Zeitschrift für deutsches Altertum“ 1894, p. 111, Zunz ״Zur Geschichte und Literatur“ p. 166, Steinschneider in ״Jüdische Literatur“ Mrsch und Grubers Encyclopädie sowie in der englischen Uebersetzung dieses Artikels p. 178, Rosenberg ״DeutscheJ Volks- und Gesellschaftslieder“ 1888, Grünbaum in Winter und Wünsches ״Jüdische Literatur“ III, 533. x) Vgl. über das Volksbuch ״Wigalois“ Goedekes ״Grundriss“ 1,342; diese Prosafassung wurde seit 1493 oft gedruckt, ist jetzt aber äusserst selten; sie war mir im ״Buch der Liebe“ (Frankfurt 1578) zugänglich. 2) Zuletzt von Karpeles 1. c. p. 1020. 8) Ueber Inhalt und Bedeutung dieses Werkes werde ich demnächst an anderer Stelle einige Mitteilungen machen. *) Josef ist nicht Josel, wie angenommen wurde, sondern beide Namen bestanden nebeneinander, Josel war der gebräuchlichere; vgl. Sabbathai Bass ״Sifthe Jschenim“ p. 93: מודעת זאת בכל הארץ מנהג האשכנזים בכלל הוא למי שיש לו שני שמות קוראים אותו בשם השני דרך משל יוסף יוזל קוראים אותו יוזל. Unter den Deutschen ist es üblich den, der zwei Namen hat, bei dem zweiten zu nennen; z. B. Josef Josel nennt man Josel. 5) z. B. im ״Minchath Kohen“ des Abraham Cohen Pimentei (1668).