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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-07-01 · 4 (Juli-August 1904) · p. Seite 108

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
4 (Juli-August 1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 sich um דרך החצובים (porta XV). Porta X (חדשים לבקרים) kömite noch Manchen belehren, der über Pharisäer schreibt. — Ganz zu schweigen von P. XII und XIII (הלכה und אגדה), in denen die Belehrungen nur so zuströmmen. — Fast möchte auf ihn das bittere Wort passen, das er von seinem Liebling Ibn Bsrasagt (Kerem Chemed IV 237): ולא זכר ולא ידע את האיש המסכן ואת חכמתו. Woran es nur liegen mag? Ist es nur der vielfach schwerfällige Stil, der unsere Forscher abschreckt? (vgl. Krochmal Moreh XVII. p. 252 1. ed. über Ibn Esra und Reggio Ozar Nechmad I. p, 124 von Krochmal: אמנם להיות לשובו קצר לכן יקרה שיתעצלו הרבנים מהנות בדבריו בשקידה רבה כדי לירד לסוף דעתו כי לא דבר קל הוא). Eine leichte Lecture ist allerdings ״Moreh“ nicht; kämpft man sich jedoch durch, so atmet man Höhenluft und fühlt sich reichlich belohnt. Ich beglückwünsche meinen Freund Landau, der als hebräischer Schriftsteller längst gekannt und geschätzt ist, zu seinem Unternehmen, den grossen Forscher einem gelehrten Publico wieder in Erinnerung zu bringen. Freilich beleuchtet ihn das uns vorliegende erste Heft von einer Seite, die nicht seine starke ist und sicherlich nicht die für unser Schriftum wesentliche bedeutet. Man wusste längst, dass Krochmal stark im Banne Hegelscher Philosophie stehe. L. sucht nun mit Akribie and Sorgfalt, Schritt für Schritt, den Einfluss nachzuweisen, den der deutsche Denker auf das philos. System Krochmals hatte. — Vielfach kann man sich eines peinlichen Gefühls nicht erwehren, wenn man bemerkt, wie der in den Hauptteilen seines Werkes durchaus originelle Krochmal, in den ersten rein philos. Kapiteln, zuweilen bis auf den Wortlaut, von Hegel abhängig ist. — Glücklicherweise sind die Abschnitte, welche für unsere Geschichte und Literaturkritik so hohen Wert besitzen, sein höchstpersönliches Eigentum; es sei denn, dass er in der Methode sein philos. Vorbild nicht ganz verleugnet. Das erste Heft bringt eine Einleitung mit biographischer Skizze, die allerdings etwas dürftig ausgefallen ist, dann ein Kapitel über die Religionsphilosophie, ein zweites über die Logik im Moreh. Es ist anzunehmen, dass es für Hegelforscher nicht ohne Wert sein wird, die Ideen des Meisters in Krochmal’scher Auffassung zu sehen. L. hat es ihnen sehr bequem gemacht, indem er die wesentlichsten Stellen des Moreh klar verdeutscht, — Von Interesse wäre für unser Lexicon ein Register der von Krochmal geschaffenen Termini. - Auf Einzelheiten kann ich um so weniger eingehen, als ich in der Hegelschen Philosophie nicht zu Hause bin. — Um die jüdische Literatur würde sich L. sicherlich hoch verdient machen, wollte er in zusammenfassender Wei e der Mitweit vor Augen rücken, wieviel Edelerz noch aus dem Schacht Krochmals zu heben wäre. H. P. CAa/es-Florenz]. LEVJ, G1US., Parabeln, Legenden u. Gedanken aus Talmud und Midrasch, gesammelt u. geordnet von L., aus dem Urtexte ins Deutsche übertragen von L. Seligmann. 3. verm. Aufl. Leipzig, 0. Leiner, 1904. VI, 394 S. 8°. M.5.— LEWIN, L., Aus der Vergangenheit der jüdischen Gemeinde in Pinne. Pinne, Druck u. Verlag N. Gundermann, 1903. 24 S. 8°. LOEWENSTEIN, L., Geschichte der Juden von der babylonischen Gefangenschaft bis zur Gegenwart. Pur Schule u. Haus bearbeitet. Mainz, J. Wirth'sche Druckerei, 1904. VIII, 271 S. 8°. M. 3,50.

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