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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-07-01 · 4 (Juli-August 1904) · p. Seite 107

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
4 (Juli-August 1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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107 für seine Zeit das Walten der Vorsehung als eingestellt zu behaupten.“ Selbstverständlich kann davon nicht die Rede sein. Es handelt sich vielmehr darum, ob die Schicksale Israels im Exil, nachdem die Herrlichkeit Gottes von ihm gewichen ist, wie früher unmittelbar von Gott oder durch Vermittlung von Mittelursachen, z. B. den Sphären, bestimmt werden. S. 56 sagt der Verfasser von Abraham ihn JDaud: ״Jedoch will er nur die von den Philosophen angegebene Entstehungsweise bestreiten, im übrigen pflichtet er ihnen bei.“ Das ist unverständlich. Ich habe in meiner Schrift über die Religionsphilo- Sophie des A. b. D. den Inhalt der Stelle so wiedergegeben (S. 155): ״Mit der von den Philosophen angegebenen Stufenreihe der Intelligenzen und der Erklärung der einzelnen durch dieselben bewirkten Scböpfungsakte könnte A. b. D. sich allenfalls noch befreunden. . . . Allein die Darstellung des wirklichen Hergangs der einzelnen Emanationen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen seien ohne genügende Beweisgründe aufgestellt und unser Philosoph erklärt sie deshalb für unannehmbar.“ Auch das bei dem Verfasser unmittelbar Folgende ist schief ausgedrückt, worauf ich jedoch, wie auf vieles Andere, hier nicht weiter eingehen kann. S. 57 A. 4 wird der Mikrokosmos des Josef ihn Zaddik nach Jellinek’s überaus mangelhafter An3־ gäbe citiert, was heute nach der vortrefflichen Ausgabe von Horovltz nicht mehr geschehen sollte. Das Wertvollste in der Schrift ist die Darstellung des Wunderproblems bei Maimonides. Aber auch hier fehlt es nicht an gewagten und verfehlten Interpretationen, aus denen dann die bedenklichsten Schlüsse gezogen werden. So z. B,, wenn (S. 95—96) auf Grund einer spitzfindigen und unhaltbaren Erklärung einer Stelle des More dem Maimonides die Ansicht untergeschoben wird, dass von anderen Propheten als von Mose Wunder überhaupt nicht vollbracht werden könnten. Was der Verfasser über die Benutzung des Maimonides durch Spinoza beibringt, geht bis auf einige Kleinigkeiten auf Joöl zurück. — Trotz der Ausstellungen, zu denen sie Veranlassung giebt, zeugt die Schrift doch von ernstem Streben, das alle Aufmunterung verdient. Mögen diesem ersten Versuche andere und gereiftere Leistungen folgen, die die Hoffnungen, die wir auf den Verfasser setzen, zu rechtfertigen geeignet sind. -״ J. Guttmann Breslau]. KURTZ, R., Zur Psychologie der vorexiüschen Prophetie in Israel. Mit 9 schemat. Darstellungen im Text. Pössneck, B. Feigenspan, 1904. V, 102 S. 8°. M. 2.— KUTTNER, B., Jüdische Sagen u. Legenden, für Jung u. Alt gesammelt u. wiedererzählt. 3. Bändchen. Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1904. 1Y u. 75 S. 8°. M. 1.— LANDAU, J. L., Nachman Krochmal, ein Hegelianer. Berlin, S. Oalvary u. Co., 1904. VII, 69 S. 8°. M. 1,50. [Es ist einfach unverzeihlich, dass eine Kraft wie die Nachman Krochmals aus der jüdischen Literatur der Gegenwart ausgeschaltefc wird. Haben wir wirklich solchen Ueberfluss an Genies, dass man leichten Herzens auf einen Bahnbrecher von seiner Bedeutung verzichten könnte? Sind wir in der Tat so reich, dass man Anregungen eines grundlegenden Buches, wie es der ״Moreh nebuche liazeman“ sicherlich ist, links liegen lassen dürfte? Man schreibt letztlich viel über Gnostizismus und jüdische Häretiker, und kein Mensch kümmert

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