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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-07-01 · 4 (Juli-August 1904) · p. Seite 106

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
4 (Juli-August 1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 106 (sequence 10)
Language
German
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106 Ob er mit der letzten Behauptung Hecht hat, darüber können und wollen wir nicht entscheiden; aber das muss gesagt werden: Der grosse Pädagoge Maimonides hat doch etwas ausser Acht gelassen, was ein grosser Lehrer nie vergessen dürfte. Ihre pädagogischen Hilfsmittel dürfen die Lehrer nur einander anvertrauen; es ist nicht blos um den Erfolg, sondern um den Meister selbst geschehen, wenn er auch Schüler in seine Geheimnisse einen Blick werfen lässt. Der ״Führer“ ist sehr vorsichtig abgefasst, aber doch so, dass auch derjenige, der nicht genau weiss, was dies Werk lehrt, doch das merkt, dass es ״etwas“ sagt; etwas ganz anderes, als wovon man bisher auf den Schulbänken gesprochen und geträumt hat‘• (S. 108). Das ist nicht der Ton, in dem man wissenschaftliche Fragen behandelt, und entspricht nicht der Pietät, die wir den grossen Männern der Vergangenheit schuldig sind. — Im Einzelnen haben wir Folgendes zu bemerken. Nach S. 11 A. 3 soll die hebr. Uebersetzung des VII. Abschnitts von Saadja’s religionsphilosophischem Werke nicht nach dem arabischen Originaltext angefertigt sein. Ich nehme an, dass der Verfasser sich hier nur unklar ausgedrückt hat. Gemeint ist wohl, dass Tibbon bei der Uebersetzung dieses Abschnitts, wie [ andauer in der Einleitung zu seiner Edition des Amänät nachgewiesen hat, nicht der uns in der Oxforder Handschrift erhaltenen, sondern der der Petersburger Handschrift entsprechenden Version des arabischen Textes gefolgt ist. Unzutreffend ist auch die Behauptung (JS. 34), Saadia drücke die prophetische Persönlichkeit auf das Niveau gewöhnlicher Menschen herab, nach ihm sei der Prophet, ״das gelegentliche Sprachrohr Gottes“, allen anderen Menschen so ähnlich, dass er selbst erst durch ein Zeichen von der Wirklichkeit einer an ihn ergehenden Offenbarung überzeugt werden müsse. Saadia lehrt nur, dass der Prophet der Gattung nach sich von anderen Menschen nicht unterscheide; innerhalb der Gattung aber nimmt auch nach ihm der Prophet eine die anderen menschlichen Individuen überragende Stellung ein. Unzweideutig spricht dies Saadia im Jezirakommentar (IV § 1) aus, den der Verfasser jedoch ebensowenig wie Saadja’s Bibelkommentar in seiner Darstellung berücksichtigt hat. S. 29 A. 1 spricht der Verfasser von Bachja’s ״Herzenspflichten“ als von einem im Urtext noch immer nicht vollständig edierten Werke. Vom arabischen Texte war aber bisher überhaupt noch nichts gedruckt. Erst in den aller etzten Tagen hat Dr. A. S. Yahuda in der Textesbeilage zu seinem ״Prolegomma zu einer erstmaligen Herausgabe des Kitäb al Hidäja“ etc. die erste Pforte des arabischen Textes ediert und, von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in seinem Unternehmen unterstützt, eine Gesamtausgabe dieses Werkes in Aussicht gestellt. S. ' 32 A, 5 werden die Termini מגיעות וההסכמה (Herzenspfl. III, 4 S. 149 *ed. Stern) vom Verfasser nicht richtig erklärt. Der erste Beweis geht von der Unmöglichkeit oder Undankbarkeit (מניעות) aus, dass Gott den Lauf der Natur ändert zu Gunsten eines Menschen, der über ihn Lügenhaftes aussagt; der zweite geht davon aus, dass wir, selbst zugestanden (ההסכמה), dass die Lehre des Propheten nicht Offenbarung sei, ihm doch Gehorsam schuldig sind, weil Gott die Natur nicht ändern und Wunder tun würde durch Einen, der den rechten Weg nicht kennt. Der Terminus ההסכמה könnte auch so zu verstehen sein, dass, während im ersten Beweise eine Aenderung des Naturgesetzes bestritten wird, im zweiten eine solche zugestanden wird. S. 46 findet sich die wunderliche Behauptung, dass Jehuda Halewi ״trotz seiner innigen Frömmigkeit es über sich gewinnt,

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