Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 ihm mit seinem Spazierstock die von den Juden geübten Lulab- Bewegungen vorgemacht. J. Segre nimmt den Stecken und macht seinerseits die mit dem Kreuze auf offener Strasse zur Zeit der Rogationen (רוגאציוני) gemachten Windungen nach. ,,Jede Religion hat ihre Eigentümlichkeiten.״ Den geheimen Sinn der Lulab- Bewegungen will J. Segre nicht angeben, weil ihn die Christen ohnedies nicht verstünden und weil dies ausserhalb des Rahmens seines Werkes stehe; es hätten schon darüber zur Genüge gehandelt der של״ה im Namen des אר״י (Isaak Luria) und der 1רמ״ו) in seinen Schriften und der Verfasser des Buches 2 *אמונת חכמים) c. 29, ״und siehe auch in meinem Werke •״.סוד אדני J. Segre hat sich also auch mit Kabbala befasst, wie Viele seiner Zeitgenossen in Italien. Sein Werk ,סוד אדני, das ich nicht näher kenne, war laut diesem Citat kabbalistischen Inhalts, ebenso ein anderes Werk von ihm, das nach seinem Namen ״Garten Josuas״ hiess, und das er einigemal anführt (יהושע p וחיבורי הגדול c. 8 p. 9 b, vgl. c. 24 p. 37; an ersterer Stelle werdet noch angeführt יין המשומר להרר״ן שפירא זצוק״לי) und יהודי שובבים להרדו״ו זצוק״ל). Sonst zeigt sich J. Segre als heller Kopf, der es nur mit Tatsachen und dem einfachen Wortsinn der h. Schrift zu tun hat. ln der Auslegung der Schriftstellen geht er wissenschaftlich zu Werke, die Gesetze der hebräischen Sprache kennt er gut und bedient sich ihrer sehr geschickt gegenüber seinen christlichen Gegnern. Als echter Italiener gebraucht er alle christlichen Termini in italienischer Sprache4), ausserdem führt er ganze Sätze aus der Bibel in lateinischer Sprache an5 * * 8). Er stellt den Satz auf, dass jede Sprache ihre eigenen Gesetze habe, und illustriert diesen Satz mit folgenden Beispielen: Wenn Jemand in römischer Sprache (italienisch) sagen will, jener Mensch ist gross in der Vollendung der Grösse, sagt er: e grandissimo; wenn er derartiges in Bezug auf die Heiligkeit Gottes aussagen wollte, würde er sagen: dio e santissimo; auf spanisch: el Dio ez mazke santo; portugiesich: Deos x) R. Moses Zacuto, Rabbiner in Venedig und Mantua (Azulai, Sehern ha-gedolim, Wilna 1852, I, 134). 2) אבי עד Basel, Rabbiner in Mantua (ib. II, 8). 8) Nathan Spira (= Speier?); er starb in Reggio, wo seine Schriften noch handschriftlich vorhanden (ib. I, 148). 4) Er meint, über Poetik sei schon genug geschrieben worden, und als Beispiel führt er an den ״Tesauro“ (sic) in seinem wertvollen Buche קברקייאלי אריצטוליקו; mit den mir verfügbaren Mitteln kann ich dieses Buch nicht identifizieren (c. 15 p. 20b). — Vgl. ferner: וירבו אינקרנטו verbo incamato (c. 16 p. 22 a), Jesu Nazareno rex Judaeorum (22 b), ethniaci und romani (c. 27 p. 39 a), batesimo, missa, eonfessione (ib.) etc. 8) Vgl. magii Orientes (c. 11 p. 15 b); ibis cedibis non moriaris in bello (c. 19 p. 30b).