Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 denn er verstand Hebräisch; J. Segre hat ihn im Verlauf der Unterredung derart in die Enge getrieben, dass der Geistliche während der ganzen Zeit, die er dort zubrachte, sich mit ihm in Glaubenssachen nicht einliess, indem er sagte, dass er sonst gezwungen wäre, seinen Glauben abzuschwören und Jude zu werden (c. 6 am Ende). Ein Mönch oder Geistlicher (כומר אחד) sandte ihm das in hebräischer Sprache geschriebene Werk des Samuel Nachmias1,) der, obwohl Rabbiner, sich im 70. Lebensjahre in Venedig taufen liess und in der Taufe den Namen Giulio Morosini erhielt; das Werk beschreibt J. Segre ausführlich: Es enthielt hebräische Citate, hiess דרך אמונה (Via della Eide) und hatte drei Teile; der erste Teil behandelt die Ankunft Jesu und das Mysterium der Trinität (die dabei angeführten christologischen Beweise sucht J. Segre im Folgenden zu widerlegen);2) der zweite Teil handelt von den jüdischen Ceremonien und Riten, der dritte davon, dass nur die Christen die Zehngebote befolgen. Ein Citat aus des S. Nachmias Werk *) befindet sich ferner c. 9 Anfang; Nachmias hatte gesagt, dass die Jaden, die dreimal des Tages das שמע sagen und sich dabei gegen alle vier Weltgegenden bewegen, damit unbewusst die Trinität verkünden; J. Segre hält dem gegenüber, dass jene Bewegungen sechsfach sind, auch nach oben und unten, und andeuten, dass Gott überall herrsche. Ein Citat aus dem zweiten Teile des Werkes המשומד הנזכר enthält c. 18 p. 28 b und sonst noch einigemal, so dass das Werk des J. Segre als die jüdische Antwort auf S. Nachmias Schrift aufgefasst werden kann. Dieses letztere Citat steht in folgendem Zusammenhänge. J. Segre behauptet, der Ankunft des Messias diene der Posaunenschall als Begleiterscheinung. Nun hatte aber S. Nachmias auch die Schofar - Ordnung von תקיעה שברים תרועה als rabbinische Erfindung hingestellt und die von den Rabbinen gewünschten Töne als lächerlich bezeichnet. J. Segre will darauf nicht eingehen, weil diese Sache nicht zum Wesen der Religion gehöre, sondern nur deren Zubehör sei. Darauf erzählt er folgende Anekdote: Ein Geistlicher hatte ‘)!Feber S. Nachmias cf. Zunz, Zur Gesch. u. Lit. S. 431; andere Daten cf. neuestens bei D. Simonsen in BerlinerrFestschrift S. 337 ff. Worauf sich die Angabe Simonsens, S. Nachmias habe sich zu 37 Jahren taufen lassen, gründet, weiss ich nicht; J. Segre sagt ausdrücklich, er sei 70 Jahre alt gewesen: שהמיר דתו בויניציאה הבירה בן שבעים שנה מוכתר בכתר הרבנות (c. 7 Anf.). Die Angaben in Monatsschrift 1. c. und bei Simonsen S. 339 Anm. 2 sind danach zu berichtigen. *)■ Hiebei erwähnt er (c. 7 p. 8 a), dass die Eigennamen keine Suffixe annehmen: ששם העצם אינו מקבל סרכי״ב; letzteres Wort bedeutet, wie mir Herr Prof. J. Goldziher sagt, arabisch ״Suffix“ (lies תרכיב). a) Ob J. Segre das Werk handschriftlich oder gedruckt (Born 1683) bekam, geht aus seinen Worten nicht hervor,