Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VIII (1904)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 ללמדך דרך ארץ מן ה ת ו ר ה statt ללמדך ד״א מן השדים u. dgl. m. —־ Doch trotz der grossen Vorzüge, wie sie der Londoner Handschr. unstreitig zukommen, hat sie auch ihre unverkennbaren Mängel, so dass man ihren Lesarten nicht ganz unbedingt vertrauen kann. Z. B. Cap. 6 (S. 49) ist das Stück zu: ולמשול ביום א׳״ר חלפאי וכו׳ nicht ganz klar, denn auf die Frage מאי ספר הישר? fehlt die Antwort, und der das Stück beginnende ר, חלפאי ist doch wohl mit dem nächsten ר, חלפי identisch; c. 8 (S. 61) wird vor מגדל מלא כל טוב das Einführungswort משל למלך שהיה לו מגדל וכף vermisst; das. (S. 64) hat der Herausgeber ganz richtig ergänzt: מלמעלה וד׳ u. s. w. Einführungsworte und Belegphrasen bei Citaten pflegen in der Hdschr. Lond. häufig zu fehlen, ähnlich der Gepflogenheit des Jerusalemitischen Talmud, mit dem der Bereschith rabba verwandt ist; öfters tauchen sie wieder auf, wo möglich noch systemloser, als in unserer Druckausgabe. In den ersten Kapiteln überwiegt beispielsweise דכתיב, während in den Drucktexten 1שנאמר) vorwaltet, in den späteren Kapiteln macht sich auch in dem Londoner Text שנאמר wieder geltend; bei tiefer liegenden Wortbegründungen wird היך מה דאת אמר bevorzugt vor כמה דאת אמר oder כמה דתימא. Geradezu Unfug scheint die Handschrift mit אתמהא zu treiben. Z. B. Cap. 1 (S. 7); c. 2 (S. 15); c. 3 (S. 22): ואור החמה יהיה שבעתים כאור שכעת הימים שבעה אתמהא לא ששה הן אתמהא ולא כד׳ נבראו המאורות אתמהא; c. 6 (S. 36): כנוהג העולם אדם מפנה כלי מלא כריקם שמא אתמהא כלי מלא כתוך מלא אתמהא כך העולם בולו. מים במים אתמהא ואת א׳ למקום אחד אתמהא; u. s. w. Sollte dieser Ausdruck nichts weiter als eine Fragepartikel, ein Frage- Zeichen darstellen, dann würde man keinen Grund einsehen, warum es an anderen Stellen vermisst wird, z. B. gleich Cap. 1 (S. 5) in der Pethichah des R. Tanchuma: והאדם הזה עשוי מחילים ונקבים ואין רוחו יוצא מהם, warum fehlt hier אתמהא? Nach den Drucktexten wird es hauptsächlich in den ersten 15 Kapiteln angetroffen und tritt stets mit einer gewissen Emphase auf. Vielleicht dürfte man vermuten, dass es einen אתמהא- Midrasch gegeben hat, wie ja auch ein אבכיר (Abbrev. für אמן בכן יהי jun)-Midrasch und ein WTm-Midrasch existiert, und dass dieser אתמהא- Midrasch eine Sammlung kosmologischer Aggadoth enthielt, aus der Bereschith rabba excerpierte — אתמהא?— Bei der sorgfältigen und gewissenhaften Zusammenstellung aller bisher auffindbaren Lesarten, welche wir dem Eifer des gelehrten Herausgebers verdanken, werden wir immer noch die Kombination und Konjektur nicht entbehren können, selbst wenn sie durch keine der zahlreichen vorhandenen Varianten gestützt wird, sobald der Gedankenzusammenhang oder die synthetische Methode des Beresch. r., seine aggadische Form es gebieterisch fordert. Dr. Theodor selbst ist in seinen Noten bis jetzt gar nicht darauf eingegangen.— Ein Beispiel für den Gedankenzusammenhang mag genügen. Anfangs Cap. 4 (S. 26) heisst es: אמר ר׳ חנינא יצאת האש מלמעלה וליחכה פני הרקיע ר׳ יוחנן כשהיה מגיע לפסוק כרוחו שמים שפרה (איוב כ״ו י״ג) היה אומר יפה לימדני ר׳ חגינא — אמר ר׳ יודן כר׳ שמעון יצאת האש מלמעלה ולהטה פני הרקיע וכו׳. Demnach erklärt so wohl R. Chanina, als auch R. Judan bar Simon das Feuer als das Prinzip, welches das Firmament gestaltete; der Unterschied zwischen beiden Erklärungen wäre nur, dass nach R. Chanina das Feuer die äussere Fläche des Firmaments * aufleckte* *) Löw ist der erste gewesen und ist der einzige geblieben, der auf den Unterschied und die Bedeutung der Belegphrasen aufmerksam gemacht hat: ״Graphische Requisiten und Erzeugnisse“, Lieferung 2. S. 124 u. S. 169 Anm. 581 (irrtümlich als 281 bezeichnet).