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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-01-01 · 1 (Januar-Februar 1904) · p. Seite 7

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
1 (Januar-Februar 1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 neuen kritischen Durcharbeitung zur Grundlage genommen werden? Es war und ist dies eine überaus schwierige Frage.— Dr. Theodor hat sie dadurch gelöst, dass er sich entschlossen hat, für seine neue Ausgäbe des Bereschith rabbah von dem rezipierten Text abzugehen und den Wortlaut der Handschrift Codex Add. 27169 im British Museum zu London, welche er als ״Handschrift London“ bezeichnet und für sehr alt erklärt, seiner wissenschaftlichen Bearbeitung zu Grunde zu legen. Der Text dieser Londoner Handschrift wird möglichst wortgetreu abgedruckt und an ihm nur dann und nur soviel geändert, als eben jeder Zweifel dabei ausgeschlossen ist und die Aendemng anderweitig wohl verbürgt wird. Alsdann folgen unterhalb des Textes in einem kritischen Apparat sämtliche Varianten, welche sich in den verschieden en Handschriften, in dem rezipierten Text, in allerlei Kommentaren und anderen Werken finden, mit grossem Fleiss zusammengesucht. Unterhalb der Textvarianten befindet sich der auf dem Titelblatt מנחת יהודה genannte Kommentar, der vorwiegend textkritische Auf- Schlüsse giebt, den Wortlaut erklärt, den gedanklichen Zusammenhang beleuchtet und fast nichts von Erheblichkeit übersieht. Die griechischen Lehnworte, welche B. r. so zahlreich darbietet, werden besonders hervorgehoben und in einer Fussnote zusammengestellt. Auch an einem Nachweis für Entlehnungen und Parallelstellen fehlt es nicht, derselbe ist an den Rand unmittelbar unter den Text gestellt.— Es muss als ein geschickter und glücklicher Griff bezeichnet werden, dass der Herausgeber die Londoner Handschrift als Unterlage gewählt und ihren Text vollständig abgedruckt hat. Schon allein der Wortlaut dieser Hand- Schrift verdient die Veröffentlichung; soweit man bisher aus den 10 Kapiteln ersehen kann, gewännen wir offenbar an ihr die relativ beste Textgestalt des Bereschith rabba, so dass dieselbe von nun ab für etwaige künftige Ausgaben das Feld behaupten wird und für alle textkritischen, wie litterarhistorischen Fragen in erster Reihe zu beachten ist. Zusätze, wie die bekannten Hinweise auf die Pesikta (cap. I1), am Ende der Pethiehah von R. Jehudah bar Simon), auf אנכי דר׳ מאיר (das. am Ende des mit מנצפך beginnenden Stückes), auf Midrasch Koheleth und Wajikra rabba (cap. V, zum Stück כנוהג שבעולם אדם מפנה כלי מלא) u. dgl., welche längst als unzweifelhafte Einschiebsel erkannt sind (Zunz, Gottesd. Vortr.1 S. 178 Anm. 1) und die man gleichwol immer wieder zu erklären versuchte, sind wol jetzt endgültig beseitigt. Besondere Bereicherung und Berichtigung erfahren die sprachlichen Momente und Wortformen, welche durch die korrekte Wiedergabe der Handschrift und durch das sorgfältige Variantenverzeichnis erst eine sichere Unterlage bekommen. Die guten Lesarten sind überhaupt erheblich, die hier geboten werden2). Z. B. gegen Ende cap. 8 (S. 24) zu יום אחד heisst es: א״ר תנחום יום שנבראו בו דברים חדים שמים וארץ ואורה. Obwol חדים hier nicht recht klar ist, kann man an der Echtheit dieser Worte nicht zweifeln, da חדים die Hermeneuse von אחד sein will; weil חדים nicht recht verstanden wurde, verwandelte es sich eben in הרים, um daraus unseren bisherigen sinnlosen Text zu erzeugen: שבו נבראו ארבעה דברים הרים שמים וארץ ואורה. — c. 6 (S. 84) א״ר לוי וכו׳; (S. 35) א״ר לעזר מתחלת בריית העולם גזר הקב״ה ואמר וכר. — c. 7 (S. 54): ר׳ חמא בר הושעיה בנפשות הוא אומר ארבע אתמהא ובגופים ג' אתמהא וכו׳, wo unser bisheriger Text offenbar eine Lücke aufweist; ferner daselbst: *) Der Einfachheit wegen bezeichne ich פרשה als Kapitel (cap.)f 2) Vgl. Theodor, Mtschr. 1893. 1894, 1895.

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