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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-01-01 · 1 (Januar-Februar 1904) · p. Seite 3

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
1 (Januar-Februar 1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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— s Setzungen, zieht die ihm sehr vertraute rabbinische Literatur zu Vergleichungen und Erklärungen heran. Ausserdem hat er auf alle archäologischen und historischen Fragen sein Augenmerk gerichtet und dieselben für die Erklärung der Realien nutzbar gemacht. Der Kommentar selbst ist kurz und knapp geschrieben, in einem vortrefflichen Stil, der an die Art der alten hebräischen Bibelerklärungen erinnert. Die starke Seite des Verfassers bilden die zahlreichen etymologischen Erklärungen, die er überall als die Hauptsache betrachtet, und denen er manchen ausführlichen Exkurs mit neuen wertvollen Gesichtspunkten widmet. Es seien hier aus dem zweiten Psalmbuch nur die folgenden hervorgehoben: ,44,18 שקר ,44,17 חרף ,44,14 קלס ,3 ,44שלח ,2 ,42 ערג 58,4 זור ,68,28 רגם ,48,4 ארמון ,45,2 רחש ,45,14 שבץ ,46,3 מור. Einige dieser Erklärungen hat der Verf. in REJ XLIY, 223 ff. veröffentlicht. Er beabsichtigt am Schluss einen alphabetischen Index der erklärten Worte beizufügen und dürfte sich dadurch ein wesentliches Verdienst um die hebräische Lexikographie erwerben. — Die Schwäche des Kommentars bilden die überaus zahlreichen Emendationen des Textes. Der Yerf. geht mit dem massoretischen Text in einer Weise um, die zwar sehr viel Scharfsinn, oft auch ein feines Sprachgefühl verrät, die aber keineswegs gebilligt werden kann, da sie häufig an Willkür grenzt. Die geringste Abweichung in der Uebersetzung der LXX und der Peschitta genügt ihm, um eine andere Textvorlage vorauszusetzen. Dabei übersieht der Yerf. aber alle diejenigen Regeln, welche durch Luzzatto, Frankel, Geiger und J. Perles für die häufigen Verschiedenheiten in den Uebersetzungen nachgewiesen sind. Es giebt im hebräischen Bibeltext eine grosse Anzahl von Eigentümlichkeiten im Gebrauch von Genus und Numerus, in der syntaktischen Verbindung der Sätze, in Metaphern und Phrasen, die die Sprache der Ueber- Setzung nicht verträgt und darum anders übertragen werden mussten; ganz zu schweigen von den nachgewiesenen Missverständnissen und Ungereimtheiten in den alten Uebersetzungen. In der protestantischen Exegese ist es Mode geworden, dem Texte der Uebersetzungen, wo es nur irgend möglich ist, vor dem massoretischen überall den Vorzug zu geben; es ist zu bedauern, dass der Verf. sich durchweg diesem Verfahren angeschlossen hat. Korrekturen wie z. B. zu 42,4. 46, 9. 46,11. 47, 3 u. v. a. hätten ohne weiteres fortbleiben können. Aber weit über die Grundlage der Varianten in den alten Versionen hinaus greift der Verf. in den Text ein. Die Zahl seiner Korrekturen übersteigt selbst das bei den radikalen Kritikern übliche Mass; so zählen wir in Ps. 42 und 43 nicht weniger als 13 neue Emendationen, in Ps. 44 acht, in 45 neun u. s. f. Natürlich wird die Zahl der Konjekturen in schwierigen Psalmen wie 16, 17, 49, 68 noch weit grösser. Dabei sind sehr viele Korrekturen recht überflüssig und willkürlich. Der Verf. befolgt z. B. die im allgemeinen sehr lobenswerte Methode, möglichst sämtliche biblische Parallelen zu den einzelnen Stellen anzufuhren, lässt sich aber durch gleichlautende Stellen vielfach zu Emendationen verleiten, die an dem betreffenden Orte nicht gerechtfertigt sind, z. B. 50,19 wo er פיך שלחת ברןן liest, unrichtig, da der Gedanke v. 20 folgt. 44, 5 wo er צור ישועת יעקב emendiert, aber in 95,1 steht zwar צור ישענו, doch gehen dort nicht andere Attribute Gottes voran; 44,11 ist לבו unmöglich, da שסה in der ganzen Bibel nur mit dem Accus, vorkommt. Ebenso ist er mit dem Streichen und der Annahme von Glossen leicht bei der Hand. So wird Ps. 48, 9 c gestrichen, während diese Bemerkung durch 87, 5 gestützt wird. Ps. 42, 9 wird als Glosse

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