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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1904-01-01 · 1 (Januar-Februar 1904) · p. Seite 2

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VIII (1904)
Issue
1 (Januar-Februar 1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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[BIBEL], תורה נבואיים וכתלביים. Die Bibel mit wissenschaftlichen Kommentaren in Verbindung mit namhaften Gelehretn herausge־ geben von Abraham Kahan. [1] ספר תהליים Die Psalmen T. 1 (Psalm 1—72) erklärt yon JET. P. Chajes. Gitomir, Abraham Kahan, 1903. 160 S. gr. 8°. [Es wird allgemein darüber geklagt, dass die Bibelexegese von jüdischen Forschem sehr stark vernachlässigt wird. Diese Klage entbehrt nicht der Berechtigung; tatsächlich sind die Namen von Juden, die andern ׳ grossen Aufschwung der Bibelforschung in den letzten Jahrzehnten teilgenommen haben, nicht zahlreich und ihre Arbeiten wenig belangreich. Auf die Gründe des Mangels an Beachtung unserer wichtigsten Religionsquelle auf Seiten unserer Glaubensgenossen braucht hier nicht ein gegangen zu werden, es genügt die Tatsache als solche hervorzuheben und den Uebelstand festzustellen. Darum war es mit Genugtuung zu begrüssen, dass nunmehr aus Russland das Unternehmen eines die ganze heilige Schrift umfassenden hebräischen Kommentars angekündigt wurde. Die erste Frucht dieses Unternehmens liegt im Psalmenkommentar von H. P. Ch.aj es vor, dessen erster Teil bereits erschienen ist, während der zweite sich unter der Presse befindet. Der Herausgeber des Gesamtwerkes, Herr A. Kahan, kennzeichnet die Methode des von ihm mit Unterstützung namhafter Gelehrter zu veröffentlichenden Werkes wie folgt: ״Der Kommentar erstrebt das Yerständnis der Bibel nach ihrem ursprünglichen Sinn ohne jedes Vorurteil, hält sich fern von allen theologischen Diskussionen und Anschauungen. Der Kommentar beruht auf der zeitgenössischen Bibelforschung und Kritik, bedient sich der alten Uebersetzungen, der semitischen Sprachforschung, der Archäologie etc. etc. Der wissenschaftliche Kommentar ist bestimmt für vorurteilslose, gebildete Leser, welche sich mit kritischen Anschauungen ausrüsten und ein gründliches Bibelverständnis aneignen wollen.“ Ob das Bedürfnis nach einem solchen Kommentar gerade in hebräischer Sprache vorhanden ist, muss die Erfahrung lehren, der Mut zu einem so grossartigen Unternehmen verdient jedenfalls vollste Anerkennung. Ebenso zweifelhaft ist es, ob es möglich ist, einenBibelkommentar unter Beiseitelassung jeglicher theologischer Erörterung zu schreiben. Im allgemeinen haben diejenigen freien Forscher, die sich dem Bibel- Studium widmen, die theologischen Anschauungen der protestantischen Exegeten angenommen, was an sich sehr beklagenswert ist, aber durch den Mangel an ähnlichen Schriften von jüdischer Seite sich erklärt. Darum müsste es die nächste Aufgabe der Forschung sein, nun auch von unserer Seite durch Untersuchung des Einzelnen eine Grundlage für einenBibelkommentar zu schaffen,und erst dann wäre an ein umfassendes Werk heranzugehen. Es ist zu befürchten, dass der umgekehrte Weg, der hier eingeschlagen wird, in jüdische Kreise mannigfache falsche Anschauungen über die religiöse Entwicklung unseres Volkes hineintragen wird. — Der erste Band, der hier vorliegt, zeigt alle Vorzüge und die Schwächen der Kommentare moderner Kritiker. Das Buch verrät ausserordentlich fleissige Arbeit, der Verf. hat alte und neue Kommentare mit grosser Gründlichkeit studiert, und wenn er auch die Namen früherer Exegeten nicht citiert, (vgl. die Vorrede), so merkt man doch, wie sehr er mit ihren Arbeiten vertraut ist. Der Verf. ist mit allem Rüstzeug moderner Exegese ausgestattet, er verfügt über eine sehr gute Belesenheit in der Bibel und ausgebreitete sprachwissenschaftliche Kenntnisse nicht nur im Hebräischen, sondern auch in den anderen semitischen Idiomen, er beherrscht die alten Ueber-

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