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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-11-01 · 6 (November-Dezember 1903) · p. Seite 174

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
6 (November-Dezember 1903)
Date
1903-11-01
Page
Seite 174 (sequence 14)
Language
German
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174 ausdrücklich als von R. Ismael herrührend oder aus dem Sifra stammend citieren. Gewiss hat Raschi ebenso wie Saadia und andere die im Talmud angeführten 4 Muster - Anwendungen der Regeln Ismaels gekannt, allein diesen 4 stehen 12 andere im Talmud nicht als Beispiel erwähnte gegenüber. Hätten alle sechzehn Beispiele von Alters her im Sifra oder im erweiterten Text der Baraita des R. Ismael gestanden, dann wäre es geradezu unerklärlich, dass Saadia und Raschi in ihren Kommentaren sie nicht als im Sifra oder in der Baraita des R. Ismael stehend angführt haben sollten. Hoffmann (S. 67, Z. 8ff.) hält es für unwahrscheinlich, dass in dem sogenannten Midrasch über die 18 Regeln ein späterer aus eigenen Gedanken eine Lehre, die er in einer alten Quelle vörgefunden, als Beispiel unter die hebräische Regel subsumiert hätte, sobald dies nicht aus den alten Quellen gelbst hervorgeht. Aber aus der Erklärung Saadia’s ist doch zu ersehen, dass, worauf Müller a. a. 0. p. XXXIII aufmerksam macht, nach Saadia die Anwendung der Regeln R. Ismaels dem freien Ermessen der Lehrer und Erklärer überlassen war. Die Schlussfolgerung, die Müller aus dem Fehlen des -מ bei den letzten Middot ziehen will, wird mit Recht von Hoffmann S. 69 zurückgewiesen. Gewiss ist vor diesem anfangenden *•מ ein kurzer Satz in Gedanken zu ergänzen, also entweder דבר הלמד oder התירה נדרשת (vgl. die Lesart: התורה נדרשת משלש עשרה מדות, die neben בשלש עשרה מדות sich findet). Das wird auch dadurch bewiesen, dass in der Mitte von Regel V (ואי) und VII (ולא) ein scheinbar unangebrachtes ו vorkommt, das aber in Wirklichkeit völlig richtig dem in Gedanken zu ergänzenden Satze einen neuen hinzufugt. Die hebräische Bemerkung 2 zu S. 61, dass im Midrasch die Ausdrücke מדות ,משמטים und דינין als gleichbedeutend gebraucht werden, bedarf meines Erachtens der Berichtigung. Die angeführte Stelle aus Midrasch ha-gadol ד״א ואלה המשפטים אשר תשים לפניהם ר׳ ישמעאל אומ׳ אלו י״ג מדות besagt nicht, dass R. Ismael unter משפטים die מדות versteht. Denn nicht auf das Wort המשפטים, sondern nur auf אשר תשים לפניהם bezieht sich die Deutung des R. Ismael, vielleicht sogar nur auf das Wort לפניהם, das dann als mit ע, פנים לחורה zusammenhängend (das Suffix auf המשפטים bezogen) aufgefasst wäre (vgl. auch Bacher, Ag. d. Tann. I, 804,1). Hoffmanns weitere Annahme, dass die מדות auch דינין genannt werden und dass es deswegen heisse והלא דין הוא wird durch den tannaitischen Sprachgebrauch nicht bestätigt, sondern widerlegt. Der Sing. דין bedeutet wohl Schlussziehung oder Schlussfolgerung, niemals aber findet sich der PI. דינין nachweisbar in solchem Sinne. Das von Hoffmann aus Kidd. 37 a citierte החקים אלו המדרשות והמשפטים אלו הדינין ist von Bacher (Terminologie s. v. דין und מדרש) völlig einleuchtend erklärt worden. Was aber Hoffmann weiter aus Mischne Thora (Mamrim 1,5) anfübrt: ומן המשפט אשר יאמרו אלו דברים שילמדו אותן מן הדין באחת מן המדות שהתורה נדרשת בחן beweist nicht im entferntesten die Identität von דין ,משפט und מדה. Ich übersetze wörtlich: ״Nach dem Rechte, das sie dir sprechen werden, das bedeutet die Bescheide, die sie aus der halachischen Schlussfolgerung lernen werden nach einer der Regeln, nach denen die Thora ausgelegt werden soll.״ Das Recht משפט ist nicht gleichbedeutend mit der Schlussfolgerung דין und nicht mit der Regel מדה, nach der die Schlussfolgerung zu geschehen hat. Die Schlussfolgerung ist das rechte Mittel, die Auslegungsregel der rechte Weg zur Herbeiführung richtiger Rechtsentscheidung. Mittel und Weg ist aber nicht gleichbedeutend mit Ziel und Zweck. Dass diese geringfügige Ausstellung der Gediegenheit der Arbeit Hoffmanns auch nicht

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