Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 171 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2254995-7565911-7600129--1423-2256357- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— rn - Samuel Nachmias geheissen, war, worauf zuerst von Simonsen aufmerksam gemacht wird, in seiner Jugend von Leon Modena unterrichtet worden und hat als Greis ein gross angelegtes polemisches Werk gegen seine ehemaligen Glaubensgenossen unter dem Titel Yia della Fe de verfasst, woraus Simonsen manches Interessante besonders über den reichbegabten, viel wissenden und vielseitigen, leider charakterschwachen Leon Modena mitteilt. Ich schreibe mit Absicht Leon Modena (nicht da Modena), weil es die von ihm selbst gebrauchte Schreibung seines Namens ist. — Der Altmeister der hebräischen Bibliographie, Stein- Schneider, liefert (S. 345—363) eine kurze Einleitung zu den hebräischen Kommentaren zum Führer des Maimonides. nebst einer alphabetischen Liste derselben. Der schier unerschöpfliche und wohlgeordnete Notizenreichtum, über den der Yerf. verfügt, machen auch diese seine Mitteilungen zu einer Fundgrube bibliographischen, biographischen und jüdisch - literaturgeschichtlichen Materials. — Wohlgemuth hat sich die Aufgabe gestellt zu zeigen, wie ״das jüdische Strafrecht und die positive Strafrechtsschule“ manche Berührungspunkte mit einander aufweisen (S. 364—376). Das Thema wird hier mehr populär als wissenschaftlich behandelt. Es wird mehr behauptet als bewiesen, vieles nur obenhin gestreift, nichts gründlich erörtert. Eine Parallele zwischen dem jüdischen Strafrechte und der neuesten Richtung auf dem Gebiete der Strafrechtspflege ist, so will es mir scheinen, mit wenigen kurzen Strichen nicht gut zu ziehen. — Den hebräischen Teil eröffnet Bub er (S. 1—6) mit der Untersuchung des Ms. 6 8 des Londoner Beth ha - Midrasch, das einen Kommentar der aramäischen alphabetischen Stücke zum Wochenfeste, פירוש אלפאביטין, enthält, den Dukes in Ozar Nechmad II, 199 dem Yerf. von שבלי הלקט, Zidkija b. Abraham ha-Rofe, zuschreibt. Buber bestätigt die Richtigkeit dieser Angabe aus den im Alphabeten-Kommentar erwähnten Namen der Verwandten und Lehrer des Verfassers. Mit gewohnter Gewissenhaftigkeit gibt Buber eine Aufstellung sämtlicher in der Handschrift zitierter Autoren und Schriften und zeigt an einigen Beispielen, wie der Kommentator einige vom aramäischen Paitan gebrauchte Wörter entweder als griechische und lateinische Lehnwörter erklärt oder durch Uebersetzung ins Italienische erläutert. Ich glaube übrigens, dass לעז גרמטקא nicht, wie Buber S. 6 Anm. ד meint, die griechische Schriftspräche, sondern die lateinische bedeutet — Ch. Brody, קרנים מהאור הגנוז (S. 7—14) veröffentlicht drei Geniza - Stücke aus der Frankfurter Stadtbibliothek, erstens א ein Fragment eines alphabetisch angelegten moralischen Lehrgedichtes ohne Reime (vielleicht eines Pijut zu Roseh ha-Schana oder Jom ha-Kippurim). Jeder Absatz besteht aus einer Anzahl von Sprüchen, die sämtlich mit demselben Buchstaben beginnen, und zuletzt ein Spruch, der mit einem anderen Buchstaben anfängt. Vorhanden sind die Absätze י ,ט ,ז ,ו und von ה und ח einige Worte. Das S. 11 Z. 6 (Mitte) alleinstehende יזכר scheint auf einen wiederkehrenden Refrain hinzudeuten, womit vielleicht auch יזבר S. 9 Z. 4 v. u. und S. 10 Z. 6 zusammenhängt. א Z. 8 und 9 st. . . . כסיו סיג empfiehlt sich כסף סיגים zu lesen. Z. 14 1. [ותענוגי[ו. S. 9 Anm. 3 1. מיכה st. איכה. Das. Anm. 10 wird בנפשו mit?בלבת erklärt. Richtiger scheint mir wörtlich zu übersetzen ״ ונשאר עונם בנפשוund zurückbleibt die Schuld davon an seiner Seele“ (עונם ר״ל עון של גזל ותענוגיו). Das. 1. Z. st. רעוך ist wohl רצץ zu lesen, und st. ותועה vielleicht ותלעב. S. 10 Z. 1 ist vielleicht nach Spr. 29,15 (ונער משולח מביש אמו) zu er^