Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 170 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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17Ö auch. Familien- und Städtenamen nebst den dazu gehörigen Auflösungen, ferner eine Liste von hebr. Ortsnamen mit Quellenangabe, alphabetisch zusammengestellt. Bei einzelnen Auflösungen wäre ein Fragezeichen zu setzen, desgleichen bei der Schreibung bezw. Identifizierung einzelner Ortsnamen, Beide Verzeichnisse sind willkommene Ergänzungen des bereits gesammelten Materials. — S. H. Margulies hat aus einer handschriftlichen hebräischen Briefsammlung, wie sie in Italien häufig angetroffen werden, einen sehr interessanten Brief von Mose Alatino an den Apostaten Andrea del Monte veröffentlicht und besprochen (S. 266—272). Ein glücklicher Zufall hat es gefügt, dass ganz gegen die sonstige Gewohnheit italienischer Briefsammler, den Namen des Empfängers wegzulassen, die Aufschrift dieses Briefes sich erhalten hat und dass auch der Absender, obwohl er sich nicht mit Namen nennt, aus dem Inhalte des Briefes unzweifelhaft erschlossen werden konnte. Margulies hat die Handhabe gefunden, um den Schreiber des Briefes in dem berühmten Arzt und Uebersetzer Mose Alatino zu ermittein und auch das Datum des Briefes, das Jahr 1680, mit Sicherheit festzustellen. Aus der Ueberschrift des Briefes ergibt sich, dass Andrea del Monte mit dem von Joseph ha-Cohen erwähnten judenfeindlichen Philippo, der vor der Taufe Joseph Moro oder Joseph Zarfati geheissen hat, identisch ist. Zu S. 267 Anm. 9 füge ich hinzu, dass die Aufschrift des Briefes דמונטי, also de Monte (nicht: del Monte), aufweist und dass auch die mir aus Autopsie bekannte Unterschrift, mit der Andrea die vorgenommene Revision eines hebr. Buches bescheinigte, eher de Monte als del Monte zeigt. — Zu meiner Arbeit über den hebr. Index expurgatorius ספר הזיקוק (S. 273—296) füge ich (zu S. 281 oben) die ergänzende Bemerkung hinzu, dass, wie aus Festschrift S. 176 hervorgeht, auch Dom. Irosolomitano (vor 1621) im Aufträge des Papstes die hebräischen Bücher in Rom revidiert hat. S. 290, Z. 10 st. expurgatur 1. expungatur. — Med. Dr. Preuss handelt (S. 296—298) über das altfrz. בון מלנט bei Raschi. Die richtige Transskription ist übrigens nicht, wie Preuss schreibt, malan, sondern malent. Im. Löw fügt die Nachbemerkung hinzu, dass אסכרא nicht, wie Preuss S. 298 Z. 1 ff. erklärt, ein syrisches, sondern ein griechisches Lehnwort des Talmud ist. — Die Briefe Prof. Kaufmanns an Berliner, veröffentlicht von Rosenthal (S. 301—330), zeigen uns die innigen wissenschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen, die durch den jähen Tod des allzufrüh heimgegangenen Kaufmann im Jahre 1899 leider in der Mitte abgebrochen wurden, ein wechselseitiges Geben und Empfangen, wovon die jüdische Wissenschaft 16 Jahre hindurch reichen Nutzen gezogen hat. — Salfeld erläutert (S. 331—336) zwei hebräische Mainzer Urkunden vom 26. Nov. 1343. Für das Verhältnis der Erzbischöfe von Mainz zu den Juden Deutschlands besonders ihres Territoriums bieten Salfelds gelehrte Bemerkungen wertvolles Material zur Ergänzung und Berichtigung. Der an zweiter Stelle Unterzeichnete Beisitzer חיים בר אליעזר, den Salfeld mit dem im Martyriologium (S. 363) erwähnten Elieser Chajim Sohn des Rabbiners Elieser nicht identificieren will, kann doch mit ihm identisch sein, da in den Namens- Unterschriften auf Urkunden der Rabbinerstand des Vaters nicht erwähnt zu werden pflegte. Zu כתב גלחות für lateinisch vgl. כתב נוצרית in RGA. No. 63 des R. Me’ir aus Rothenburg, Ausg. Cremona. In Urkunde I Z. 4 1. בחרם st. לחרם. — Es folgen (S. 337—344) Giulio Morosini’s Mitteilungen über seinen Lehrer Leon da Modena und seine jüdischen Zeitgenossen von Simonsen. Morosini, ein Apostat, vor der Taufe