Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 169 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2254995-7565911-7600129--1421-2256355- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
160 *לפני ה׳ למשמרו unwiderleglich beweist. Ich kann daher von rein philologischem Standpunkte Horowitz’s geistreiche Auffassung nicht als völlig wort- und sachgemässe Schrift erklär ung gelten lassen. Ueberaus fein sind die Bemerkungen in N. in und IV. S. 186, vorl. Z. st. Wochenfest 1. Pesachfest und S. 187 Z. 1 nach ״Schebuot“ fehlt ״und Sukkot“. — Karpeles weist nach (S. 190—194), dass die zuerst von Wolf IY, S. 201 erwähnte Litte von Regensburg, angeblich Yerfasserin oder Schreiberin des in Hamburg handschriftlich vorhandenen jüdischdeutschen Samuelbuches, auf einem Lesefehler beruht. Das Facsimile des Epigraphs zeigt deutlich, dass nicht Litte, sondern Liwa ( - Löwe) aus Regensburg die deutsche Volksliteratur entweder als Verfasser oder mindestens als Abschreiber gefördert hat. — Köhlers aus der Fülle des Wissens hervorgegangener Beitrag zum Kapitel der jüdischen Wohltätigkeitspflege (S. 195—214) ist höchst dankenswert. In der Real-Encyclopädie f. prot. Theol. wird der Artikel Wohltätigkeitspflege mit der Behauptung eingeleitet, dass die vorchristliche Welt keine Wohltätigkeitsanstalten kennt, das nachexilische Judentum das Hauptgewicht auf Almosengeben lege, eigentliche Wohltätigkeitsanstalten aber erst in neuerer Zeit in Nachahmung des Christentums geschaffen habe. Köhler hingegen weist quellenmässig und schlagend nach, dass das Judentum nicht allein trefflich organisierte Wohlthätigkeitsanstalten zur Zeit der Entstehung des Christentums hatte, sondern dass dieses das ganze System ״christlicher“ Liebestätigkeit einfach herübergenommen hat und das ganze neutestamentliche Prinzip der Liebe nur auf jüdischer Praxis basiert ist. — In einem interessanten Artikel zur Katakombenforschung begründet Krauss seine Meinung, dass Leuchter und Lade, Lulab und Ethrog und Schofar, die als figürlicher Schmuck in jüdischen Katakomben in Rom zuweilen Vorkommen, nicht als Sinnbilder des Judentums, sondern nur als sepulcrale Symbole zu betrachten und zu erklären sind. Auch die von Krauss mit Recht hervorgehobene Möglichkeit, dass manche mit Figuren geschmückte jüdische Katakombenanlage in christlichen Besitz überging, Christen und Juden wiederum heidnische Katakomben sich aneigneten, ohne den darin befindlichen Figurenschmuck zu entfernen, löst manche Schwierigkeit auf einfache Weise. — Eine treffliche philologische Arbeit, die ein reiches, sorgfaltig gesammeltes und wohlgeordnetes Material an Beispielen bietet, ist die Abhandlung Landauers über das Elif als mater lectionis im Jüdisch - Aramäischen (S. 215—226). — G-. Lattes veröffentlicht zu Ehren Berliners einen Artikel aus dem Nachlasse des Rabbiners Elia Benamozegh, Apologia della Tradizione (S. 227—280), worin versucht wird, die Glaubwürdigkeit der jüdischen Ueberlieferung indirekt dadurch zu beweisen, dass gezeigt wird, wie gegen das beste Wissen und Gewissen, gegen die Lauterkeit und Zuverlässigkeit der Tradenten auch nicht das allermindeste gegründete Bedenken ausfindig gemacht werden kann. Eine beachtenswerte Probe jüdischer Apologetik zur praktischen Verwendung und Nachahmung im Religionsunterrichte. — Immanuel Löw handelt (S. 281—254) mit der ihn auszeichnenden Sprach- und Sachkenntnis über Pflanzennamen bei Rasehi. Von 127 (128) behandelten altffanzösischen Glossen bei Rasehi sind es 12, deren Entzifferung noch nicht gelungen ist. Ein günstiges Ergebnis, wenn man die Textverderbnis in Betracht zieht, die sich der französischen Glossen so oft bemächtigt hat. — Löwenstein hat (S. 255—264) eine Anzahl von ihm Vorgefundener hebräischer Abbreviaturen (ראשי תיבות), die in den bisher gedruckten Verzeichnissen fehlen, darunter