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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-11-01 · 6 (November-Dezember 1903) · p. Seite 168

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
6 (November-Dezember 1903)
Date
1903-11-01
Page
Seite 168 (sequence 8)
Language
German
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168 Tafeln genau derselbe wie auf den ersten gewesen ist, halte ich für völlig unmöglich. Dass ferner derselbe fragestellende Amora sogar als sicher voraussetzen soll, dass auf den zweiten Tafeln ein etwas andererer Wortlaut als auf den ersten gestanden habe, scheint mir völlig ausgeschlossen. Dass aber weiter auch der Gefragte nicht sofort den Irrtum des Fragestellers zu berichtigen weiss, sondern sich auch noch für ausser Stande erklärt, die Frage nach dem Texte der späteren Tafeln zu beantworten, vielmehr den Zweifel, ob auf den zweiten Tafeln wirklich למען ייטב לך gestanden, erst der Autorität eines in der Agada besonders bewanderten Lehrers zur Lösung unterbreitet wissen will, und endlich dass selbst die massgebende Autorität des um Entscheidung angegangenen R. Tanchum als sicher vorausgesetzt haben soll (was nach dem Berichte der Thora sicher falsch ist), dass למען ייטב לך wohl auf den späteren Tafeln nicht aber auf den ersten, die von Moses zerbrochen wurden, gestanden habe — das sind lauter neue Schwierigkeiten, über die man nicht hinwegkommen-kann. Die auch von Horowitz gefühlte dreifache Härte, dreien Amoraim sachliche Unkenntnis des Thorainhaltes zuzutrauen, ist durch die einfach klingende Wendung (S. 183 unten) ״Und dennoch war diese Annahme dem Fragesteller nicht einmal fraglich; er setzte sie einfach voraus“ durchaus nicht beseitigt. Als Ausnahmefall ist es immerhin begreiflich, dass ein Amora, der sich nur mit Halacha beschäftigte, sich zur Beantwortung einer agadischen Frage für inkompetent erklärt hat, mit dem freimütigen Geständnis, dass ihm nicht einmal der Wortlaut der betreffenden Schriftstelle gegenwärtig sei. Aber eine einfache Schwierigkeit ist nicht dadurch zu beseitigen, dass man eine dreifache an deren Stelle setzt. Auch was Horowitz in N. H S. 184ff. anführt, ist geistreich, aber durchaus nicht überzeugend. H. findet das Erscheinen aller Fürsten der Gemeinde vor Moses pH Mos. 16,22) auffallend. Aber die Fürsten erscheinen auch sonst als Vertreter des Volkes, um das Wort Gottes aus dem Munde Mose’s entgegenzunehmen, so n Mos. 34,31. Die Fürsten der Gemeinde, deren Zusammenberufung durch ein bestimmtes Trompetensignal erfolgte (IY Mos. 10,4), waren öfter um Moses versammelt (IV Mos. 1,44; 4,34 und 46; 27,2; 31,13; 32, 2; 36,1). Was die Fürsten ihm beim Manna mitteilten, bezweckte nicht eine überflüssige Bestätigung dessen, was er vorher (H. Mos. 16, 6) dem Volke gesagt hatte, sondern Klarheit zu erhalten darüber, was aus dem für den Sabbat gesammelten Manna werden würde, da bisher regelmässig alles verdarb, was auf den folgenden Tag übrig gelassen wurde. Wenn nun Moses (das. v. 23) weiter sagt '»הוא אשר דבר ד, so sind diese Worte nicht mit Bestimmtheit als Erklärung auf das vorhergegangene והכינו את אשר יביאו zu beziehen. Denn das ähnliche זה הדבר אשר צוה ה׳ in v. 32 bezieht sich gewiss nicht auf ein vorher Gesagtes, sondern auf das folgende, desgleichen הוא אשר דבר ה; לאמר (in Mos. 10,3) und ähnlich זה הדבר אשר צות ה׳ לאמר (H Mos. 35,4; IY־ Mos. 30,2; 36,6). Auch dass der Ausdruck והכינו den Israeliten nicht klar genug gewesen sei, geht aus dem schlichten Wortsinne nicht hervor. Dieses Wort bedarf hier ebensowenig einer Erklärung, wie das Jos. 1,11 vorkommende הכינו לכם צידה für die damaligen Israeliten eine besondere Erläuterung erforderte, worin dieses Yorbereiten bestehen sollte. Aehnlich ist auch die Bemerkung (S. 186, Z. 3 ff.), dass in הניחו לכם למשמרת die treffendste Bezeichnung für das, was unter הכנה דרכה verstanden ist, durchaus nicht der einfache Wortsinn, wie das v. 33 yorkommende והנח אותם לפני ה׳ למשמרת und v. 34 ויניחהו אהרן

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