Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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167 8t. ״ferner aucli Redeübungen stattfinden״ besser: ״auch sollen sie allmälig im öffentlichen Reden und in gottesdienstlichen Vorträgen geübt werden“ (גם יורגלו מעט מעט לדבר ברבים ולדרוש בקהל ועדה). Die S. 172, Anm. 4 gegebene Verbesserung von והייתי בעיני כמוצא שלום in ו׳ ב׳ כמוצא שלל רב ist nach HL. 8, 10 als verfehlt zu betrachten. S. 172, Z. 17 st. ״der Sohn“ ist richtiger ״sein Sohn“ (בנו), d. h. der Sohn des Briefschreibers. — Aus der schätzenswerten Mitteilung Guidi’s (S. 175—176) über Domenico Gerosolimitano erfahren wir, dass Dom. Jrosolomitano im vierzigsten Jahre seines Lebens 1698 zum Christentum übergetreten ist. Auch ich glaube nicht, dass D. J. vor 1598 als Bücherrevisor unterschrieben hat. Die Angaben Neubauers beruhen hier, wie auch bei anderen Censurvermerken, auf irriger Lesung. Dass D. J. zuerst in Mailand unterrichtet hat, kann nicht, wie Guidi S. 178 Z. 6 ff. meint, als Erklärung für dessen Berufung nach Mantua (i. J. 1595; verwertet werden, da wir wissen, dass er aus Venedig, wo er als Korrektor hebräischer Bücher beschäftigt war, nach Mantua berufen wurde (s. Stern, Urkundliche Beiträge N. 158). S. 178 Z. 5 v. u. st. החירוסים .1 חחירוטים. — M. Horowitz (S. 180—189) sucht eine schwierige agadische Talmudstelle, wo allem Anscheine nach einem hervorragenden Amora die genaue Kenntnis des Wortlautes einer nichthalachischen Stelle der Thora abgesprochen wird, befriedigend zu erklären und ferner an drei Beispielen zu zeigen, wie durch die Halacha schwierige Stellen der Thora erklärt werden können. Die Schwierigkeit der Talmudstelle B. K. 54 b ist zwar sehr geistreich hinweginterpretiert worden, aber leider nur mit Hilfe einer noch grösseren Schwierigkeit, über die der aufmerksame Leser sich nicht hinwegsetzen kann. Horowitz fragt (S. 182): Was ist hier unter דברות zu verstehen? Und seine Antwort lautet: dass דברות die unmittelbare, nicht erst durch Moses verkündete göttliche Offenbarung bezeichnet. Dieser Auffassung aber entspricht nicht der tatsächliche Gebrauch des Wortes דברות in der tannaitischen Terminologie (s. Bacher, Art. דבר). Der weiteren Annahme Horowitz’s, dass unter דברות an unserer Stelle die schriftliche Offenbarung des Dekalogs von Gottes Hand gemeint sei, widerspricht zunächst der Umstand, dass unmittelbar vorher im Talmud, wo vom Sabbatgebot die Rede ist, דברות הראשונות, bezw. דברות האחרונות nichts anderes als die erste, bezw. zweite Fassung des Dekalogs im Pentateuch bedeutet, vgl. die Parallelstelle Tosifta (Ausg. Zuckermandel) 355,28: בדיברות הראשונים הוא אומר. Die Worte הואיל וסופן להשתבר beziehen sich selbstverständlich nur auf die ersten Tafeln. Aber was Hör. daraus schliessen möchte, die sichere Voraussetzung, dass auf den späteren Tafeln auch der spätere Wortlaut der zehn Gebote enthalten war (S. 183, Z. 17 und 18), scheint mir durchaus nicht zutreffend. Was auf den späteren Tafeln, die von Mose nicht zerbrochen worden sind, gestanden hat, geht aus den Worten הואיל וסופן להשתבר nicht hervor. Doch abgesehen von allem dem, abgesehen auch davon, dass der Gefragte die völlig klare Frage מפני מה בדברות הראשונות לא נאמר בהן טוב nicht anders als auf die doppelte Fassung des Dekalogs im Pentateuch bezogen haben kann, und selbst wenn ich einen Augenblick zugeben wollte, dass der Gefragte die Frage auf den Wortlaut der Tafeln bezogen hätte, wäre die Schwierigkeit der Frage und Gegenfrage, wie Horowitz sie versteht, immer noch weitaus grösser, als die der landläufigen Auffassung. Denn dass ein Amora nicht gewusst oder gar mit Absicht ignoriert haben sollte, was die Thora dreimal deutlich erzählt, dass der Text auf den, zweiten