Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 166 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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166 im XVI. Jahrh. keine Universität gegeben, erst 1625 hat Ferdinand Gonzaga, Herzog von Mantua und Monferrat eine Universität in Mantua gegründet (s. Anfang von הגלות והפדות des Abr. Massarani). Wer unter der Bundeslade Gottes, die für immer hinweggenommen ward (S. 166, Z. 6 v. u. ff.) und der Sonne, die untergegangen (S. 167 Z. 5), gemeint ist, wäre noch zu ermitteln. Da mir zur Vergleichung der Uebersetzung mit dem Texte nur eine Nummer des לבנון (V, 434ff.) zur Verfügung steht, werden meine Bemerkungen sich fast nur auf S. 168 Mitte bis 172, 8 v. u. beziehen. S. 168, Z. 10 v. u. ff. ״Gebote, welche die Erkenntnis betreffen״ für מצות שכליות. Richtiger scheint mir ״Vernunftgebote״. Das. Z. 6 v. u. ״und in Folge dessen durchaus eine wahrhaft Gott geweihte Saat sein werden״, hebr. וממני פרייהן נמצא כלו זרע אמת קדש לה׳. Der Sinn ist: und von mir (dem Schreiner D. Provenzali) wird ihre religiöse Befruchtung ausgehen, so dass alle eine echte Gott geweihte Saat sein werden. S. 169, 3 ist von Güd. darum unrichtig übersetzt worden, weil er den geschichtlichen Hintergrund, von dem das Schreiben Provenzali’s sich abhebt, unbeachtet gelassen hat. Aber muss es nicht sofort als unverständlich auffallen, dass Provenzali verspricht, mit den Dezisionen des Rif und Ran anzufangen, wenn vielleicht die Erreichung des vorgestreckten Zieles (Halachot, Tosaphoth und Dezisoren) hinausgeschoben werden sollte? Höchst einfach erklärt sich alles, wenn wir bedenken, dass es seit dem Jahre 1554 in Mantua, wie in anderen Städten Italiens, keine Talmudexemplare mehr gegeben hat. Seitdem Papst Julius III. am 12. Sept. 1553 die Verbrennung des Talmud in allen Ländern der Christenheit gefordert und auf das Zurückbehalten von Talmud- Exemplaren schwere Strafe gesetzt hatte, konnte in den Schulen der jüdischen Gemeinden Italiens der Talmud nicht mehr gelehrt werden und man musste sich statt dessen mit Rif und Ran begnügen. Der Korrektor der Mantua 1659 erschienenen Ausgabe von חובת הלבבית, Abr. b. David Provenzali (der Sohn unseres Briefschreibers), klagt in seinem Nachworte: להיות התלמוד בלתי נמצא אצלנו לעת עתה und schliesst mit dem Wunsche: וי״י אלקינו ירצה פעלנו ויחזיר העטרה ליושנה במהרה בימינו אמן. Talmudexemplare gab es also nicht in Mantua und es bestand nur die Hoffnung auf Wiederherstellung der früheren Herrlichkeit (d. h. des Besitzes von Talmudexemplaren). Zu dieser Hoffnung gesellte sich im Jahre 1663 das Bemühen der italienischen Juden, bei der Index - Kommission des Tridentiner Concils eine Freigabe des Talmud unter der Bedingung der Expurgation zu erwirken. Zu diesem Behufe wählte die Gemeinde zu Mantua eine fünfgliedrige Kommission, aus deren Mitte zwei persönlich nach Trient gehen und dort ihr Bestes tun sollten (s. Stern, Urkundl. Beiträge N. 129—132). Nun wird der Sinn des Passus (ג in dem Sendschreiben der beiden Provenzali klar. ואם יזכנו ה׳ להחזיר העטרה ליושנה לשתות מים מבורנו באר מים חיים ונוזלים מן לבנון תהיה לנו ארוחת תמיד... הלכות ותוספות והפוסקים... ואם באולי תתאחר השגתנו (das heisst: wenn wir vielleicht unser Ziel, die Gestattung des Talmud, nicht so bald erreichen) נתחיל עם פסקי הרי״ף והר״ן ז״ל. In der Tat wurden in Italien, wo und wann immer das Talmudverbot in Kraft war, als Ersatz für den Talmud Alfasi und R. Nissim studiert und kommentiert. — S. 169, Z. 20 st. ״aus deutschen Gemeinden״ muss es heissen: ״aus der Gemeinde der Aschkenasim״. S. 170, Z. 9 st. ״der gutgesinnten״ muss es heissen: ״der bestenטובים) ״ hier, wie in Punkt 7 ״ טובי המשורריםdie besten Dichter״). S. 171, Z. 4 Studio סמודיאו im Sinne Y0n Universität, s. Festschrift S. 272, Z. 8. — S. 171, Z. 7 v. u.