Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- Seite 133 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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133 MENACHEM ASARJA DI FANO, מאמר הנפש, Kabbal.-theol. Abhandlang. Petrikau, 1903. (4) u. 45 Bl. 8°. M. 2.50. [Die Abhandlung bildet einen Teil von des Yerf. Werk עשרה מאמרות, und ist zum ersten Mal ediert]. SCHORSTEIN, N., Der Kommentar des Karäers Jephet ben Ali zum Buche Ruth, zum ersten Male nach drei Mss. ediert, mit Einleitung und Anmerkungen versehen. Berlin, Poppelauer, 1903. 18 u. XXXII S. 8°. [Die letzte Publikation aus Jefet’s umfangreichen Bibelkommentar war die zu Proy. 1—3 ed. Günzig (Krakau 1898; vgl. dazu meine Anzeige in JQR. 13, 336 ff.), und wie in dieser, so führt auch in der neuesten uns vorliegenden das Titelblatt irre, insofern als wir wiederum nicht den ganzen Kommentar zu Ruth, sondern nur zu den ersten zwei Kapiteln erhalten. Dies ist umsomehr zu bedauern, als, wie ich 1. c., p. 340, ausgeführt habe, die Kommentare Jefet’s weniger Bedeutung für die Bibelexegese, denn für die Kenntnis des Karaismus haben, und gerade zu 4,10 behandelt Jefet, nach der Angabe Schorstein’s (p. 8), in einem ausführlichen Exurs das Gesetz der Leviratsehe nach der karäischen Auffassung (d. h., dass unter אחים Deut. 25,5 nicht Brüder, sondern Verwandte gemeint sind) und polemisiert dabei gegen die Rabbaniten1). Doch wird dieses Thema auch zu 1, 13 (p. XVI) gestreift, und Jefet bemerkt mit Recht, dass in diesem Verse jedenfalls keine Stütze für die rabbanitische Auffassung zu finden sei, da ja auch nach dem Talmud später geborene Söhne der Pflicht der Leviratsehe nicht unterliegen, nach dem Grundsatz: פרט לאשת אחיו שלא היה בעולמו; die Worte Noeini’s sind also hypothetisch aufzufassen (vgl. auch 1. E. und Lekach Tob z. St.). ־־ Aber auch sonst bietet der hier publicierte Teil de8 Interessanten genug. So zunächst die Einleitung (p. III—IV) über Zweck und Bedeutung des Buches Ruth; die Charakteristik der hier behandelten Personen (p. V); die Erörterung über die Zeit, in der die betreffenden Ereignisse stattgefunden haben (p. VII); die verschiedenen Bedeutungen des Wortes אפרתי (p. IX; daraus vielleicht bei I. E. z. St.) u. s. w. — Grammatisches wird nur einmal (p. XVI), inbetreff des Wortes 1,13 תעגנה, angetroffen, wobei auch die äaS, d. h. die Sprache der Jtöischna (s. p. 17, n. 22) erwähnt wird. — Wie alle Korn- 1l Sch. (p. 9 n. 2) nimmt wohl mit Recht an, dass diese Polemik sich gegen Saadja richtet, wenn auch dessen Name nicht genannt wird. Der Einwand der Rabbaniten gegen die karäische Auffassung besteht nämlich nach Jefet darin, dass Deut. 26,5 als מסתתני, als Ausnahme von dem Verbot Lev. 18,16 erklärt wird, ähnlich wie Num. 28, 9 von dem Verbot Ex. 20,10. Derselbe Einwand aber wird in einem karäischen Fragment (bei Pinsker p. 66) im Namen SaadjaV angeführt Zwar ist es Sch. entgangen, dass dieses Fragment eine sehr trübe Quelle ist, da der hier citierte משה הנהני eine Fiktion und das ganze Stück aus Hadassi fabriciert ist, wie dies Frankl (השחר VII, 660ff.) nachgewiesen hat. Doch beginnt der Nachweis der Parallelen bei Hadassi erst mit den Worten וכאשר זכר משפטם וכר (Pi. 67), und so konnte der Kompilator des Fragmentes auch noch eine andere Quelle vor sich gehabt haben, in der Saadja ausdrücklich genannt wurde. Angeführt und ausführlich widerlegt wird derselbe Einwand in Aron b. Elia’s גן עדן f. 169f., aber ebenfalls ohne jede Namensnennung.