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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-07-01 · 4 (Juli-August 1903) · p. Seite 124

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
4 (Juli-August 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 124 (sequence 28)
Language
German
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124 Es ist nicht richtig, dass Rachmon in jenen drei Stellen als mitwirkende Person des Midrasch aaftritt, wie Levy behauptet. Rachmon erscheint in Citaten, aus Talmud und Midrasch immer am Schlüsse derselben, und tritt als Erklärer oder Ergänzer auf. So S 744 u. 794, wo Martin hinzufügt: haec glossa. Auch S. 854 sagt Martin 2 Mal: Hueusque glossa. S. 928 schreibt Martin: Glossa R. Rachmon . ., הרחיבה שאול .. Haec glossa, vgl. auch S. 853. Rachmon ist also Glossator, und nicht Sprecher. Bringt aber Martin eine Erklärung Rachmons unter den Gitaten aus der älteren Literatur, so bemerkt er ausdrücklich, dass Rachmon Erklärer ist. S. 862 citiert Martin eine Stelle aus Sanhedrin, schiebt die Erklärung Rachmons ein, und versieht dieselbe mit den Worten pnnn 'פי' ר, die er mit ״Glossa R. Rachmon“ übersetzt. Levy beruft sich auf S. 719, wo Martin eine Stelle aus Baba batra samt der Erklärung Rachmons anführt, und darauf sagt: Hueusque Talmud. Aber selbstverständlich bezieht sich ״Hueusque Talmud“ auf die Stelle aus Baba batra, und nicht auf die Erklärung Rachmons. Auch auf der eben besprochenen S. 862, wo Martin die Erklärung Rachmons mit פי׳ ח רהמון einleitet, sagt er am Schlüsse: Haec Talmud, was sich sicherlieh nicht auf die Erklärung Rachmons, sondern nur auf die Talmudstelle bezieht. Schon die Worte פיר׳ ר׳ רחמון schliessen die Annahme aus, als ob Martin den Rachmon als Mitarbeiter am Talmud und Midrasch hätte ausgeben wollen. Eben so wird dieser Verdacht durch die Worte: Haec glossa beseitigt, mit welchen Martin die Erklärungen Rachmons versieht. Ferner sagt Rachmon S. 195: אחד מהרבה תקוני סופריש שתמצא מפורשים בב״ר לר׳ משה הדרשן ... וזה הוא שאמרו רבנן במ״ת במדרש תהלים) על ותתן לי מגן ישעך . . .) Wenn Martin den Rachmon aus dem Bereschit rabba des Mose ha-Darschan schöpfen lässt, so hatte er gewiss nicht die Absicht, ihn als mitsprechende Person in Talmud und Midrasch gelten zu lassen. Die Hypothese Levy’s, Rachmon sei eine Hebraisierung von Raymund, ist nicht neu, und Neubauer trat derselben schon in the Expositor 1888 p. 186 entgegen. Jedenfalls wäre die Hebraisierung des eigenen Namens keine Fälschung seitens Martins. Wir haben also keinen Grund, an der Authenticität der Anführungen Martins aus den Midraschim und dem Ber. r. des Mose ha-Darschan zu zweifein. Der Umstand, dass Martin echt christliche Ideen einem unbekannten Rachmon in den Mund legt, zeugt eher für, als gegen die Ehrlichkeit Martins. Hätte Martin beabsichtigt, die Juden durch Betrug zu gewinnen, so hätte er wohl zu diesem Zwecke einen Namen von Autorität, und nicht einen unbekannten Rachmon gewählt, wie ich Mag. XV, 89 bemerkt habe.

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