Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 78 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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wurde, dass aber de facto die portugiesischen und später auch die deutschen Juden in Hamburg fast völlig ungehinderte Bewegungs- und Handelsfreiheit genossen haben, was. freilich nicht sowohl auf ideale, religiöse und sittliche Beweggründe, als vielmehr auf materielle, handelepolitische Berechnungen der massgebenden Behörden zurückzuführen ist. Dem Jugendunterricht in der Portugiesengemeinde wurde grosse Sorgfalt zugewandt. Es fehlt in dem Bilde, das der Yerf. von den Zuständen der portugiesisch-jüdischen Gemeinde entwirft, auch nicht an Schatten. Streitigkeiten z. B. der portugiesischen Juden unteremander, wie auch mit den Tudescos gehören nicht zu den Seltenheiten. Nicht eine zusammenhängende Darstellung ist vom Yerf. beabsichtigt, sondern nur eine nach Rubriken geordnete Materialsammlung, deren Yerarbeitung und Yerwertung dem Spezialgeschichtsschreiber und Cülturhistoriker überlassen bleibt. Innerhalb der einzelnen Capitel ist der Stoff meist chronologisch geordnet; nur ausnahmsweise S. 8 stört das Durcheinander von Details aus der Mitte des XYIH. und Mitte des XYII. Jahrh. Zu S. 16 Z. 9 v. u.: Das ״blasphemum scriptum“, das D. Benjamin geschrieben, ist das Buch ״Sententiae 8acro־medicaea von B. Musaphia, s. S. 18 Z. lOff. — Zu S. 16, Z. 4 v. u.: Das Wort ״Comödienu ist gewiss falsch. Gemeint sind jedenfalls Lehrhäuser (Medrasim oder Midrasim), span. Congrega(s), deren es in Hamburg mehrere gegeben hat. — Zu S. 17 Z. 10 v. u.: Punkt 9) der Beschwerde reicht nur bis zum Worte ״palläste“, das darauffolgende: ״des de Lyma Hauss wurde hinter zur Synagoge aptiret“ bildet einen besonderen Beschwerdepunkt, also Punkt 10), und statt 10) in Z. 9 v. u. ist 11) zu lesen. — S. 21, Anm. 1 steckt in einer der beiden Jahreszahlen 1855 und 1866 offenbar ein sinnstörender Druckfehler. — S. 24 Z. 17 st. Curasau 1. Cura$ao. — Der S. 24, Z. 20 genannte Mose Israel, der im Jahre 415 zur Auslösung seiner in der Berberei gefangen gehaltenen Frau unterstützt wird, ist derselbe, der 412 als Lehrer der T. T. und noch in demselben Jahre als Haham der Gemeinde Bet Israel erwähnt wird (s. S. 111, Anm. 6). Er starb am 28. Ijar 438 (S. 111, N. 859 und Grabschrift S. 86). Es ist derselbe Rabbiner, der im Gemeindebuche v. J. 416 als H. mosseh ysrael vorkommt (S. 36, Z. 26). Der Seite 44 Z. 8 genannte Rabbiner gleichen Namens ist unzweifelhaft der Rabbiner der portugiesischen Gemeinde, aber mit dem obenerwähnten R. Mose Israel nicht identisch, sondern der zweite dieses Namens, vielleicht ein Enkel des ersten, gestorben am 11. Elul 505 (s. S. 112 N. 903 und Grabschrift S. 88). Der Yerf. hätte gut daran getan, derartige wünschenswerte Klarstellungen, zu denen er selbst das erforderliche Material geliefert hat, nicht erst dem aufmerksamen Leser zu überlassen, sondern selbst vorzunehmen. — Zu S. 28, Z. 19ff.: Das aus HoUand gekommene, sehr anstössige Buch, das am 26. Ad. oder Ab 416 (im Texte ist in einer der beiden Angaben ein Druckfehler) verbrannt werden sollte, war von Manuel de Pina verfasst (s. S. 98, Anm. 4). — Die S. 35 ff. aufgezählten portugiesischen Familiennamen von 1614 sind nur wenig verstümmelt und darum nicht schwer zu corrigieren. N. 6) Ariss ist wohl Arias, N. 7) ist De Castro, N. 8) De Herera (Herrera), N. 13) ist Diaz da Cunha, Bernal, N. 20) Omess ist wohl Omo§o (gleichbedeutend mit hebr. הקטן — Acatan und wie dieses ein portugiesischer Familienname, z. B. in einem handschriftlichen Livro de Eleigoems do K. K. de Amsterdam in meinem Besitze, das von mir im Folgenden mit E. A. (unter Angabe der Seiten- und Jahreszahl) angeführt wird, S. 269 b Dd. Abendana