Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 77 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 77 — lexicalische Untersuchung ihres deutschen Grundbestandes. Frankfurt a. M., J. Kauflmann, 1902. 133 S. 8°. M. 2,50. GRUENAU, H., Exil. Drama aus dem jüd. Leben. Dresden, ET Pierson, 1902. 90 S. 8°. M. 2.— GRÜN WALD, M., Portugiesengräber auf deutscher Erde. Beiträge zur Kultur- und Kunstgeschichte. Hamburg, Alfred Janssen, 1902. 160 S. 8•. [Die Geschichte des Portugiesenfriedhofs in Altona, der Versuch einer Statistik der Todesfälle der portugiesischen Juden in Hamburg vom Jahre 6371—6637 (1611—1877), Näheres über Form und Inschrift der Grabsteine, Texte von Grabschriften, sowohl hebr. als auch portug., ferner die Bilder und Zeichen auf den Grabsteinen, einige in Abbildüngen (abgebildet ist ausserdem auch das Siegel der portugiesischjüdischen Gemeinde in Hamburg, ferner eine Federzeichnung ״Memento mori“ von B. S. Godinez, Amsterdam 1682, und ein Blatt aus dem Protokollbuch der Hamburger portugiesisch-jüdischen Gemeinde), ein alphabetisches Verzeichnis der Verstorbenen, nach Familiennamen geordnet, dazu Näheres über den Friedhof in Glückstadt und eine Notiz über Portugiesengräber in Emden — alles dieses zusammen füllt nur etwas über ein Drittel des Buches ״Portugiesengräber auf deutscher Erde״ (S. 73—127; 138—141; 143, Anm. 2). Der Best des Buches aber, nicht minder wertvoll, bietet anderes, als der Titel erwarten lässt, giebt eine Fülle von Einzelheiten zur Geschichte namentlich der portugiesischen aber auch der deutschen Juden in Hamburg und Altona, Glückstadt und Emden. Aus gedruckten und ungedruckten Quellen wird S. 6—64 Genaueres, darunter auch manches Neue geboten über Herkunft und Berufstätigkeit der nach Hamburg eingewanderten portugiesischen Juden, deren Gemeindeordnung, deren Wohnrecht undVerhältnis zur Umgebung, deren Vermögensverhältnisse, wie auch über das Verhältnis der später eingewanderten deutschen Juden zu den Portugiesen, das für erstere aus dem ursprünglich bestandenen Schutzallmälig zu einem Vertragsverhältnisse sich entwickelt hat; vieles wird durch Abdruck von Aktenstücken urkundlich belegt. Hierauf folgt S. 66—72 die Geschichte der 1703 gegründeten, 1887 aufgelösten Altonaer Portugiesengemeinde nebst urkundlichen Beilagen. S. 128—141 handelt über die Juden in Glückstadt, sowohl portugiesischer als auch deutscher Herkunft, S. 142—160 über die Ankunft der Portugiesen in Emden, nebst Abdruck der älteren Berichte hierüber. Ein Verzeichnis der Vor- und ZunamenS. 151—165, ein Verzeichnis wichtigerer Gegenstände S. 166—167 und zuletzt S. 158 einige Ergänzungen und Berichtigungen bilden den Schluss des Buches. Die vom Verfasser beigebrachten neuen Einzelheiten und aus den Quellen geschöpften Belege bezeugen aufs neue, dass die portugiesischen Juden zum Aufblühen des Handels, des Bankgeschäfts, der Rhederei in Hamburg und Altona wesentlich beigetragen haben, dass bei ihnen sowohl die Blüte des Wohlstandes, die helfende Wohltätigkeit als auch der Auswuchs der Wohlhabenheit, der herausfordernde Luxus, heimisch gewesen, dass die Hamburger Pastoren im XVn. Jahrh. wiederholt über die Juden sich beschwert und die Oberalten von Hamburg wiederholt ein beschränkendes Reglement gegen die Juden erlassen haben, so dass noch 1801 das freie Wohnrecht der Juden in Hamburg staatsrechtlich bestritten