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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-03-01 · 2 (März-April 1903) · p. Seite 49

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
2 (März-April 1903)
Date
1903-03-01
Page
Seite 49 (sequence 17)
Language
German
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der Yerf. über ״Beschaffenheit und Inhalt der Handschrift“, ferner über ״den Schreiber und seine Zeit“. ״Wir gelangen also“ — heisst es Seite 7 — ״zu dem folgenden!Resultate: Hie Handschrift ist in Sana von dem dortigen Rabbiner Jachja Salich im Jahre 1708, als Ergänzung des von ihm längst geschriebenen (»alten“) Taklil, also im Alter von ungefähr 36 Jahren geschrieben.“ Nach den vorausgegangenen Auseinandersetzungen, in denen Alles als Vermutung hingestellt wird, war dieses Resultat höchstens als vermutlich hinzustellen, keineswegs als sicher. Unseres Erachtens ist dieses Resultat durchaus falsch. Hie Handschrift ist — worin die drei angegebenen Daten übereinstimmen (die Correctur von שמונים in תשעים ist richtig) - im Jahre 1872 geschrieben; nur künstlich ist ein Zweifel hierüber construiert1), um Jachja Salich zum Schreiber zu machen. In diesem Punkte aber ist der Yerf. ein Opfer Saphir’s geworden, dem er sonst ziemlich misstrauisch gegenübersteht. תכלאל ist in Jemen der allgemein übliche Name für ״Gebetbuch“, wie bei uns סדור; Salich aber hat nicht ein תבל אל geschrieben, sondern einen Oommentar zu einem solchen, u. d. Titel תכלאל;עץ חיים und Commentar liegen seit 1898 in einer schönen Ausgabe gedruckt vor2 *), und es ist unverzeihlich, dass der Yerf. mit einem Fragment sich abgiebt, ohne zu wissen, dass ein Siddur der Jemeniten bereits erschienen ist! Freilich sind die weitem Folgerungen über Zeit und Bedeutung Salich’s, des Verfassers einiger Werke, die von umfassendem Wissen zeugen8), hinfällig; Salich war wahrscheinlich noch zu jung, als ersieh an Asulai mit einer Anfrage wandte, und nur darum finden wir ihn nicht in dessen Gelehrtenregister; was aus Salich später geworden ist, musste der in Livorno lebende Asulai nicht wissen. — Es ergiebt sich aus Gesagtem, dass das Fragment in der zweiten Hälfte des XVIII. Jh. von einem näher nicht bekannten Schreiber geschrieben wurde; was wir vom Yerf. erfahren, lehrt, dass der Schreiber von Grammatik nichts verstand und überdies sehr flüchtig gearbeitet hat. So kommt es, dass die mit grossem. Fleisse und gründlicher Sachkenntnis gearbeitete Untersuchung über Orthographie und Punktation (S. 8 ff.) an wissenschaftl. Wert viel verliert; Yerf selbst muss ja (S. 12) zugeben, dass den Fällen, die er in Regeln zu bringen versucht, ״ebensoviele Fälle, deren Punktierung gerade das Gegenteil zeigt“, gegenüberstehen. Wir werden nunmehr auch die Bedeutung jener von der Massora abweichenden Lesarten zu schätzen wissen, die der Yerf. S. II Anm. 2 zusammenstellt; oder glaubt Yerf. wirklich, dass in einer aus dem XIX. (oder, wie Verf. meint, XVIII.) Jh. stammenden Handsehr. eine Reihe ursprünglicher Lesarten sich erhalten hat, von denen ältere Ms. nichts wissen? Glaubt er, dass ein Abschreiber, der ״von Grammatik keine Ahnung hat“, (8. 7 Anm. 8) der richtige Mann ist, die Bibel zu corrigieren? Von den S. 18 ff. veröffentlichten Gedichten (8 hebr., 1 arab., 8 hebr. u. arab.) sind Nr. 2 (שאו קיבה) und Nr. 3 (אמללה יולדת השבעה) in der oben erwähnten Ausg. des תבלאל enthalten; Nr. 3 ist schon früher in קבץ על .יד (Mekize Nirdamim) 1895 abgedruckt4), wo *) Es ist mir nicht gut erklärlich, wie man im Zweifel darüber sein kann, ob eine Handschrift, die man vor Augen hat, aus dem Jahre 1708 oder 1872 stammt, wenn nur diese Jahre in Betracht kommen! 2) Vergl. die ausführliche Analyse von Bacher in JQR. XIV p. 581—621. 8) Yergl. Bacher, 1. c. p. 602ff. 4) Yergl. Bacher, das, p. 595 Anm. 1. 8

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