Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 2 (März-April 1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- Seite 48 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Wichtig sind die halachischen Zusätze, wo T. Jon. der allgemeinen ini Talmud recipierten Halacha widerspricht, weil diese das hohe Alter des Thargams oder seiner Vorlagen am besten bezeugen. Ginzburger hat an vielen Stellen auf den Widerspruch hingewiesen, jedoch oft dies unterlassen, mitunter gar Talm.-Stellen als Quellen angeführt, wo die talm. Halacha entschieden mit T. Jon. im Widerspruch ist. Als Beispiele zu letzterem seien angeführt: Exod. 22,8 ביד גנבא, nach der talm. Hai. (z. B. B. kama 68b) handelt es sich hier um טוען טענת גנב. — 22,19 ונכסוי יתגמרון gegen Sanh. 48b. — Lev. 4,8 במיפרבי, קרבן entschieden gegen Mi. Horajot 2,8. — 6,1 פתגמי מומתא gegen Scheb. 85 a. — 6,21 ויסתסן בגרגישתא gegen Seb. 97 a. — 7,16 יתאבל בפניא gegen Seb. 66 b. — 11,11 ומן הנייתהון תתרחקון gegen die allgemein bekannte Hai. in Sifra u. Talm. — 18,46 ולציד אינתתיה gegen M. katan 7 b. — 17,3 u. 10 u. 20,1 גבר טלי או סיב. Im Talm. gilt es als Axiom: קטן לאו בר עונשין; die in der Note angef. Stelle Lev. 16,2 gehört nicht hieher. — 18,7 לא תשמש עם אבהא gegen Sanh. 64a. — Deut. 24,1 קדם בי דינא gegen Arachin 23 a. — 26, 3 gegen Mi. Bikk. 3,12. — Antitalmudische Halacha ohne jede Bemerkung findet man: Exod. 21,7 בשנין דשמטתא, vgl. 22,2 טעמין חולין בדכותא 22,30 — .ועד שתא דשמיטתא vgl. Tos. Chullin 2b, v. טמא u. T. d. El. c. 15. Lev. 6,16 כדמי חניית קודשא nach talm. Hai. 2 Schekel — 15,18 ואתתא פניתא der Talm. kennt diese Beschränkung nicht. Unrichtig ist die Quellenangabe in Note 7, die zur LA. ואתתא תניתא von einem Commentator gegeben wird, aber auch da kaum richtig ist. — 16,21 ימיני, על ׳שמאליה gegen Sifra. Num. 9,10 דמרחק בארח עלמא ebenso in V. 13* gegen Mi., Sifre u. Talm. — Deut. 22,6 גוליין דציצית. Nach dem Talm. sind die Frauen nur פטור von diesem Gebote, keineswegs aber ist es ihnen verboten. — 25,12 ותקטעון ית ידה gegen B. kamma 28 a. — 26,13 ומעשר תליתאי, nach Mi. u. Talm. gibt es keine drei Zehnten in einem Jahr; am allerwenigsten kann der heilge Zehnt als dritter erklärt werden. — Deut. 11,18 statt מוקדיכון lies מוקריכון. Es braucht nicht gesagt zu werden, dass diese wenigen Ausstellungen den Dank nicht beeinträchtigen, zu dem wir dem Herausgeber für seine verdienstliche mühevolle Arbeit verpflichtet sind; er hat 1ms einen guten T. Jon.-Text hergestellt, während die bisherigen uns zugänglichen Ausgaben entstellt und fast unbrauchbar sind. D. H.\ HARTWIG, War Luther Antisemit? Nebst zwei notwendigen Vorfragen beantwortet. Leipzig, B. Richter in Komm., 1902. 72 S. 8°. M. 1,20. HEINRICH, P., Fragment eines Gebetbuches aus Jemen. Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen und jüd.-arab. Synagogalpoesie und zur Kenntnis des arab. Vulgärdialects in Jemen. Wien, C. Gerolä’s Sohn, 1902. II u. 84 S. 8°. [Das Fragment, welches der vorliegenden Arbeit zugrunde liegt, hat die Mühe und Sorgfalt nicht verdient, die ihm der Verfasser in so reichem Masse gewidmet hat. Das Gebetbuch der Juden Jemens ist in mehreren von einander in Bezug auf Anordnung und Reichhaltigkeit verschiedenen Recensionen handschriftlich vorhanden, und die Ms. stammen aus dem XVIV.—XVIII. Jh. Es wären demnach sicherere u. daher wertvollere Resultate zu erzielen gewesen, wenn der Verf. eine ältere und vollständige Hs. seinen Untersuchungen zugrunde gelegt hätte. Im Vorwort (S. I ־ II) u. in der Einleitung (S. 3—7) handelt