Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 2 (März-April 1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- Seite 38 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Werk compiliert hat, wird auch von Steinschneider nicht erwähnt, da man diese beiden mit einander verwandten Schriften des Berachja für identisch oder für zu einem Ganzen zusammengehörig hielt. In ein völlig neues Stadium trat die Berachja-Frage, als Jacobs seit 1889 in JQR die bestechende Vermutung aufstellte und aufrechtzuhalten suchte, der Verf. der Fuchsfabeln, Berachja (b. Natronai Crispia) ha-Nakdan sei identisch mit dem ca. 1190 in Oxford lebenden Benedictus le puncteur und habe einem Engländer Namens Alfred geholfen, eine Sammlung von Fabeln aus dem Arabischen zu übersetzen. Dem widerspricht Neubauer in JQR II und stellt fest, dass Berachja ha- Nakdan seine dem R. Meschullam in Lunel gewidmete ethische Schrift spätestens 1170 im Todesjahr Meschullams verfasst haben muss und ohne Zweifel aus einem französisch sprechenden Lande stammt. Steinschneider (in Hebr. Uebs. und in Semit. Studien) ergreift zuletzt das Wort, um die Hypothese Jacobs zu widerlegen und will für Berachja ha-Nakdan, den er für einen französischen Autor hält, den Anfang des XIII. Jahrh. als terminus a quo festsetzen. Die Berachja- Frage, die allmälig immer verwickelter geworden ist, wird nunmehr von Gollancz durchaus befriedigend und überzeugend gelöst. Berachja b. R. Natronai gehört einer Familie von Nakdanim an. Dass er selbst Nakdan gewesen, ist zwar möglich, aber nicht wahrscheinlich. (Doch möchte ich hierzu auf die Aussage Berachja’s, hebr. Text S. 106,12, hinweisen, dass er Bücher corrigiert (הספרים אשר תקנתי) habe.) Berachja und Krispia sind von einander zu unterscheiden, die Zusammenwerfung beider beruht auf einer misverstandenen Stelle am Schlüsse der Fuchsfabeln. Berachja erwähnt in seiner dem R. Meschullam zugeeigneten ersten compilatorischen Schrift (A) bereits seine hebr. Uebersetzung der Quaestiones naturales. Diese ist somit schon ca. 1160 verfasst. In der späteren compilatorischen Schrift ס' המצרף ist Abr. ben David als lebend erwähnt, also kann diese Schrift (B) nicht später als im Todesjahre dieses Abraham b. David verfasst sein. Hier sind wir nun bei dem einen Punkte angelangt, wo der Herausgeber eine unbeabsichtigte Confusion sich hat zu Schulden kommen lassen. Er hat nämlich allem Anscheine nach die beiden fast gleichzeitigen Abr. b. David mit einander verwechselt und, als er diese Verwechselung einsah, vergessen, an einigen Stellen die Spuren des Irrtums auszumerzen. P. XXXVH, Z. 17fF. bemerkt er, dass im ס׳ המצרף Abr. ibn David, gest. 1180, ohne die bei Verstorbenen übliche Euphemie citiert wird, diese Schrift also wahrscheinlich vor 1180 verfasst ist. Auch p. XXXI, Z. 21 Abr. ibn David. Dagegen lesen wir p. L, dass die Abfassung des Mazref, weil Abr. ben David als ein noch lebender darin citiert wird, spätestens 1198 stattgefunden hat. In der Ueber- Setzung S. 267, Z. 88 und 268,81 heisst es richtig R. Abr. ben David, dagegen in den Noten S. 346, Z. 4 v. u. und 346,1 unrichtig R. Abr. Ibn David. Die im 0' המצרף citierten Stellen des ר׳ אברהם בר, דוד sind, wie auch der Herausgeber in seinen Anmerkungen angiebt; aus dem ס׳ בעלי הנפש, gehören also dem R. Abr. b. David aus Posquieres an, der ca. 1198 gestorben ist. Da Berachja sich in seiner vor 1198 verfassten Schrift (hebr. Text S. 126, Z. 2) als Greis bezeichnet, muss er im ersten Viertel des XH. Jahrh. geboren sein, womit vollkommen übereinstimmt, dass sein Sohn Elia, der sich in einer Subscription als spätgeborenes Kind seines Vaters bezeichnet, noch 1233 eine Bibelhandschrift copiert hat. Berachja ist ein Franzose, des Arabischen völlig unkundig, der in frz. Bibelglossarien neben anderen