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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-01-01 · 1 (Januar-Februar 1903) · p. Seite 29

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
1 (Januar-Februar 1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 29 (sequence 29)
Language
German
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29 ״essere il Panigarola ancor vivo e l’Ebreo vincerlo in sapienza essendo tutto quel che dice zappo di sentenze e il Toletano predicare tutte le feste davanti al, Papa“, (»dass Panigarola noch am Leben und der Jude ihm an Wissen überlegen ist und dass der Toledaner an allen Festen vor dem Papst prodigt.“) Nun schliesst Herr Tocco, dass dieser jüdische Prediger, der allen seinen Zeitgenossen überlegen war und doch in der Literaturgeschichte unbekannt ist, ein Convertit oder der Abkömmling einer jüdischen Familie ist, und was man sonst daraus folgern will. Mir scheint indes ein deutliches Anzeichen dafür, dass es sich einfach um einen Juden handelt, der Umstand zu sein, dass sein Name verschwiegen wird, denn wenn es ein Neubekehrter oder der Abkömmling einer jüdischen Familie wäre, würde er nicht ״Jude“ genannt und würde sein Taufnamen nicht verschwiegen worden sein. Es ist bekannt, dass die Predigt in italienischer Sprache bei unseren Glaubensgenossen wenigstens bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht. (Deila Torre im Corriere Israelitico vol. I p. 94ff.) •Es ist jedoch schwer, diesen ausgezeichneten Redner festznstellen, und ich wage die Annahme, dass es der berühmte Juda Moscato war, dessen Philosophie viele Berührungspunkte mit der G. Bruno’s hat, und der in seinen glänzenden Reden die Kunst der bei uns erloschenen Beredsamkeit neu belebte. (Siehe Apfelbaum Biogr. von Juda Moscato, Drohobycz 1900.) Und wenn die Predigten des בסוצות יהודה hebräisch sind, können sie doch wohl ursprünglich in italienischer Sprache abgefasst sein, die von allen Hörern verstanden wurde und vielleicht waren andere seiner Reden italienisch geschrieben, wie sie gehalten wurden, und sind verloren gegangen. In jedem Falle scheint es mir eine interessante Aufgabe, nach dem Manne zu forschen, den die Memoiren von Cotin erwähnen. G. Jare. In Sachen des Toldoth Jeschu (HB. YI. 168—178). Herr Dr. Porges hat mein ״Leben Jesu nach jüdischen Quellen“ einer eingehenden und scharfen Kritik unterzogen. Obzwar ich von der Loyalität und den guten Absichten des Herrn Recensenten Überzeugt bin, muss ich dennoch im Interesse der Aufklärung der Sache den Ausführungen Porges’ in einigen Punkten entgegentreten. P. gefällt es nicht, dass ich (S. 8) den Bericht des Tertulüan eine vorzügliche Zusammenfassung des TJ. nenne. Wenn aber ein alter Autor, der von etwas ganz anderem handelt, in Paar Zeilen es dennoch zustände bringt, von der unehlichen Geburt Jesu, von der Entwendung seiner Leiche, von dem Gärtner und seinem Salat zu reden, so ist das, glaube ich, Beweis genug, dass ihm der betreffende Stoff bekannt war. Ich habe mit keinem Worte gesagt, dass diese Dinge ״aus irgend einer schriftlichen Auf- Zeichnung geschöpft“ seien (P.), sondern dass Tertullian den Inhalt des TJ. kenne. Ich halte es mir zugute, dass ich die Tertullian-Stelle das erste Mal in die Discussion eingeführt habe. P. meint aber, die Behauptung von dem Leichendiebstahl sei ״eine überaus naheliegende Combination, die als historische Quelle“1) nicht ״angesehen werden kann“. Ja, kommt der Leichendiebstahl im Talmud vor? Nein, nur in TJ., und ist es da nicht von Interesse, dass Tertullian die Behauptung kennt? Ist es nicht gut, constatirt zu sehen, dass der Sagenstoff von Faust noch vor Göthe existierte? Gärtner und Garten, meint P., erklärten sich aus Joh. 19,44 (1. 41), Kraut und Salat seien aber nicht wesentlich. Auch bei Hrabanus Maurus bedeutet ihm der Kohlstengel nichts. Wenn solche Züge nicht auf Uebereinstimmung schliessen lassen, dann gibt es keine litterarische Kritik. Und wohl gemerkt, ich sage nicht die schriftliche Bezeugung von TJ. aus, sondern nur, dass der Stoff des TJ. bezeugt sei (S. 5 Z. 7), vgl. S. 7 in Bezug auf Schimeon Duran. 1)Was ist die historische Quelle: Die Behauptung oder die Combination?

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