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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-01-01 · 1 (Januar-Februar 1903) · p. Seite 28

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
1 (Januar-Februar 1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German
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28 denn er setzt daneben ein Fragezeichen, was besagen will, dass das Wort ihm unerklärlich sei. Das einzig Richtige bietet der Ezra ־ Commentar, herausgegeben von den ״Mekize Nirdamim“, Berlin 1897, welchen ich für echt SaadianischJ) halte. Dort heisst es: ואלשיא, הם היסודות חוזק בנין הבירה ״ ברכת׳ לאשישי קיר חרשת . . .Fundamente“ ziehen, kann sieh unmöglich auf das Vorhergehende beziehen. Denn Mauern, welche der Vollendung — שכלל ist Schafelform von כלל und heisst: vollenden — entgegengehen, müssen schon auf festen Fundamenten beruhen. Dagegen kommt dasselbe fragliche Wort noch zweimal in Verbindung mit ״Tempel“ vor; a) Ezra 5,16: אושיא די בית אלהא; b) ibid. 6,8: ... בית אלהא . . . ואושוהי. Um mich von der Richtigkeit dieser Uebersetzung zu überzeugen, wandte ich mich an Herrn Prof. J. Barth2) mit der Bitte, mir gütigst mitzuteilen, was das fragliche Wort in den verwandten Dialekten bedeutet, worauf er mir in seiner Bereit- Willigkeit vom 18. 7.1902 schreibt: "א׳שיא des Ezra heisst sicher ״Fundamente“, s 5 T־ Das arab. ist dasselbe; hier hat Frankel, aram. Fremdw. im Arab. S. 11 mit Recht vermuthet, dass es als Fremdwort vom Aram. in’s Arabische gekommen ist. — Das Wort existiert aber als usse Fundamente auch schon in den assyr. Keilschriften nicht selten und mag von hier aus erst in’s Aram. gekommen sein, wie viele Bauausdrüeke“. Demnach hat Ezra apokryph nichts eingeschmuggelt und unsere Verse befinden sich an ihrer gehörigen Stelle. Dr. Grünhut Wer war der jüdische Prediger, der von Giord. Bruno gerühmt wird? In der letzten Nummer der ״Nuova Antologia“ (1. Sept. 1902) gibt der bekannte Prof. Felice Tocco eine gelehrte Untersuchung über den Auszug der Notizen von Guillaume Cotin, Bibliothekar von Saint Victor im 16. Jahrhundert, die im verflossenen Jahre von Herrn Lucien Auvray veröffentlicht wurden. Cotin schrieb täglich die Mitteilungen nieder, die ihm von den berühmten Männern gemacht wurden, welche seine Bibliothek besuchten. Unter dem Datum: 12. Dezember 1585 schreibt er folgendes von Giordano Bruno: ״Unter den Predigern schätzt er besonders den Juden, wegen seiner Beredsamkeit und noch mehr wegen seines Wissen».“ Dass es sich am einen Prediger und nicht bloss um einen Philosophen handelt, das beweisen die strengen Urteile, welche Bruno bezüglich Panigarolas Fiammas und Toledos in demselben Punkte hinzugefügt. Und zu dieser Folgerung gelangt auch Herr Tocco, nachdem er die Annahme aufgegeben hat, dass der gerühmte Jude der Verfasser von ״Dialoghi d’ Amore“ sei, dessen Gelehrsamkeit Bruno sehr willkommen sein musste, obwohl dieser in seinen Schriften niemals Leone Ebreo erwähnt. Das Tagebuch von Cotin beseitigt jeden Zweifel darüber, denn es berichtet unter dem 20. März 1586 im Namen eines gewissen Pierrevive: *) Vgl. Beiblatt der hier erscheinenden Haschkafah 1902 No. 6, ferner ״Meassef“, herausgegeben von Rabbinowiz, St. Petersburg 1902 S. 187 ff. In diesem Letztem habe ich mich auf Ziemlich und Rosin berufen, wie ich nun nachträglich von Herrn Prof. Bacher aufmerksam gemacht wurde, ist dem nicht so. (Vgl. auch Steinschneider, Kaufmann’s Gedenkbuch S. 157). Ich bin zu dieser Annahme durch Halberstam, in den weiter erwähnten von ״Mekize Nirdamim“ herausgegebenen Werken (1897) besonders S. 48, verleitet worden. Die Mtschr. befindet sich nicht in meinem Besitze. Ich komme auf diesen Punkt bei einer anderen Gelegenheit noch zurück. 2) Für dessen belehrende Bereitwilligkeit ich ihm hiermit meinen verbindlichsten Dank ausspreche.

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