Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Gleichnisse, die ziemlich nichtssagend sind, die aber dennoch alle aufmarschieren, weil zufällig das Wort ״König“ in ihnen. vorkommt. Solche Aufzählungen ermüden und belehren nicht. Dabei bekommen wir die betreffenden Gleichnisse — mit wenigen Ausnahmen — in extenso zu lesen; Z. ist nämlich von der zum Teil richtigen Anschauung ausgegangen, dass zu der Schilderung auch die Texte nötig sind, dies tut man aber zumeist in Form von Belegen und Nachweisen, und für wissenschaftliche Zwecke genügt dies vollkommen, so aber hat Z. für diejenigen, die die Midrasch-Werke nicht besitzen oder dieselben nicht einzeln hervorholen wollen, allerdings ein bequemes Nachschlage- und Lese-Buch geliefert: die Wissenschaft hat er damit nicht gefördert. In seinen Quellenschriften, in Friedländer’s Sittengeschichte und Marquardt’s Privatleben der Römer konnte Z. bemerken, dass nur die unumgänglich notwendigen Texte beigegeben werden, in den allermeisten Fällen begnügt man sich mit der blossen Verweisung auf die betreffende Textstelle. Die Erforscher des klassischen Altertums, die aus Z.’s Buche wirklich viel lernen könnten, müssen sich mit Unmut abwenden von einem Buche, das ihnen hunderte von Texten vorführt, die weder stilistisch merkwürdig, noch wissenschaftlich aufklärend sind, so dass Z.’s Buch gerade für die Philologen, für die ich den Midrasch gerne erschlossen gesehen hätte, nicht erwünscht sein kann, und ein Werk, welches mit Fremdwörtern und den lateinischen Quellen so umspringt, wird ihnen von der jüdischen Wissenschaft auch diesmal keine bessere Meinung beibringen. — Ausser der Sammlung der Königsgleichnisse, die, das müssen wir zugeben, an und für sich verdienstvoll ist, besteht also die Tat Z.’s nur darin, dass er die hebräischen Texte übersetzt und auch ferner Stehenden zugänglich macht, u. z., das müssen wir wieder hervorheben, in einem schönen eleganten Deutsch. Anders steht es um die Frage der Richtigkeit der Uebersetzung. Gerade hierin hatte Z. an Bacher’s Agada- Werken ein vortreffliches Hilfsmittel, das er auch ergiebig ausnutzt, mehr als es die Sache erfordert (z. B. S. 355 Anm. 2, wo auf Bacher, Ag. der pal. Am. I, 388 verwiesen wird, wo aber Bacher ausser den Texten nichts bemerkt und wo auch die Auffassung der Stelle nicht zweifelhaft sein kann), über das er jedoch insofeme hinausgeht, als Bacher nur den Sinn der Stelle, Z. jedoch die wörtliche Uebersetzung gibt, so dass die hiebei unterlaufenen Fehler nur Z. allein zugeschrieben werden müssen. Hierin hat Z. sehr viel gesündigt, obzwar seine Texte nicht gerade schwierig sind. Gern hätte ich von dem schön ausgestatteten Buche, das sich ausserdem in der Widmung mit Prof. Bacher’s Namen schmückt, das Odium der mangelhaften Sachkenntnis abgelenkt, wenn die Uebersetzungsfehler nicht gar so zahlreich und verdriesslich wären, ein Umstand, der auch damit nicht entschuldigt werden kann, dass Z. möglicherweise nicht genug Hilfsmittel besass. Schon in der Einleitung (S. XXI) leistet Z. den Satz: ״Rabbi Chija lehrte ein Gleichnis“, und so geht es durchs ganze Werk, indem Z. immer אמד משל nach Analogie von אמשול משל verbindet und mit ״sagte ein Gleichnis“ übersetzt; das, glaube ich, ist entschieden falsch, denn אמר gehört dem Redactor an, und der Ausspruch hat mit משל למלך zu beginnen. Nach Z.’s Verfahren schwebt das ל in ,למלך למדינה etc. in der Luft, da es nicht von משל abhängt, auch kommen ja genug Sätze vor, die gleich mit משל למלך beginnen, ohne dass אמר voranginge (z. B. bei Z. I no. 14, 17, 22, 29); oft fehlt auch משל und der Satz beginnt gleich mit למלך etc., da ist aber משל immer in Gedanken zu supplieren, während es ebenso oft; weitläufig heisst: משל למה