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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-01-01 · 1 (Januar-Februar 1903) · p. Seite 18

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
1 (Januar-Februar 1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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von dem ״enggezogenen Kreis unserer Gleichnisse“ (S. 229): warum hat er ihn nicht weiter gezogen? Was uns wirklich not täte, nämlich die Bearbeitung des römischen Kulturstoffes im Midrasch, hat also Z. nicht geleistet, und für die״ jüdische Literatur wäre das in der Tat eine Leistung, denn es würde sich alsbald heraussteilen, dass nicht nur der Midrasch an der Hand der Archaeologie beleuchtet werden, sondern dass auch umgekehrt das ganze classische Altertum durch den Midrasch eine Beleuchtung erfahren könne. Doch, nehmen wir Z’s Werk wie es ist. Durch Voranstellung der archaeologischen Tatsachen sucht Z. zu dem yorzudringen, was ich den Hintergrund der midraschischen Gleichnisse nennen möchte. Es war nicht zu wünschen, dass Z. jene archaeologischen Tatsachen selber erforsche — einen solchen Anschein gibt er sich auch nicht — aber bei der Herübemahme aus anderen Quellen hätten wenigstens die unwissenschaftlichen Citierungen vermieden werden sollen. Anführungen wie Yita, Pertinax (S. 6), Vita Aurelianus (8. 6), Vita Probus (S. 8) etc. sind ganz ungrammatisch; eine Vita der Zenobia von Trebellius (8. 281) wird Z. schwerlich verificieren können, denn sie existiert nicht. Mit richtigem Takte hat Z. die griechischen und lateinischen Vokabeln, die gerade in diesen Gleichnissen häufig sind und denselben das kulturhistorische Gepräge aufdrücken, sowol im Texte selbst vermerkt, als auch für sie ein besonderes Begister angelegt; er setzt aber nicht zu jedem Fremdwort das Original (z. B. VI no. 21 zu אפופסין, ib. no. 88 zu אספיקולא), folglich ist auch das Begister nicht vollständig. In demselben Begister ist übrigens irrtümlich xoXXCxiov zu קולר, xoXhxqiov zu גלוסקא gesetzt, statt umgekehrt. Der Druck der griech. Vokabeln lässt zu wünschen übrig, so ist z. B. gleich auf S. 2 Törittjs gedruckt. Diesbezüglich holte sich Z, aus den gangbaren Wörterbüchem, auch aus dem meinigen, Bat, nur einmal (X no. 49) scheint er selbständig רדופין (im Texte steht דדופים) mit repotia wiedergeben zu wollen, und das ist unmöglich! Dabei hat Z. von dem Charakter der Fremdwörter eine durchaus richtige Anschauung (Einl. S. XXIX), indem er bemerkt, dass die einmal eingebürgerten Worte auch dann noch blieben, als sie im lebendigen Sprachgebrauch nicht mehr existierten, so dass diese Fremdlinge für die Zeit des betreffenden Gleichnisses nichts aussagen. Im Allgemeinen teilt Z. die Königsgleichnisse in vor- und nachdiocletianische (8. XXVII), was in der Tat richtig sein dürfte, doch müsste bemerkt werden, dass die Mehrzahl der Gleichnisse nachdiocletianisch ist. In Bezug auf Julian meint der Verfasser, dass seine kurze Begierung keinen nennenswerten Einfluss auf die jüdischen Agadisten ausgeübt habe (8• XXX), nun ist aber gerade Julian als Heros der Agada durch Hieronymus auch äusserlich bezeugt (s. Krauss in J. Q. B. VI, 240). In der Einleitung (S. XXVI) setzt Z. richtig auseinander, dass der ״König“ des Midrasch nicht immer den Kaiser, sondern nur den römischen Würdenträger bedeutet; anderswo (S. 886 vgl. 868) meint er wieder, das Alltagsleben sei in der Form von Königsgleichnissen dargestellt; diese unzweifelhafte Wahrheit kommt aber im Laufe der Darstellung nicht zu ihrem Bechte, und auch dann zeigt es sich, wie unberechtigt es war, die Königsgleichnisse separat zu behandeln. Weil Z. gerade von Königsgleichnissen handeln will, muss er unter den auf den Kaiser bezüglichen Titeln eine Menge heterogener Sachen zusammenstellen, die als Kulturstoff recht interessant sind, die aber in jene Gruppe nicht passen; so wird z.|B. im Kapitel * August a“ viel von Augurien u. dergl. gesprochen; gehört das zum Wesen der Kaiserin? Dieses Kapitel hat ferner nicht weniger als 165

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