Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-01-01 · 1 (Januar-Februar 1903) · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
1 (Januar-Februar 1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2254995-7565911-7600121--1262-2256201
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

15 orientalische Epoche, während welcher der Talmud entstanden ist (100—950); die spanische und französische Periode, die zugleich eine Blütezeit der Cultur und Literatur ist (950 1200 ־); die beständigen Verfolgungen (1200 — 1500), auf die eine Zeit des Stillstandes und der geistigen Erstarrung folgen musste (1500—1750), und endlich die neue Zeit, die mit Mendelssohn beginnt (1750 -1900־). — R. ist kein jüdischer Historiker von Fach und er will auch seine Geschichte nur als eine gedrängte Zusammenstellung aus anderen Geschichtswerken betrachtet wissen. Trotzdem ist sein Buch mehr als eine einfache Compilation. Abgesehen davon, dass einige Capitel, wie z. B. die Stellung der Juden im römischen Reich (p. 13 ff.) nach Originalstudien gearbeitet sind,׳ so wird auch der Fachmann sich an der Eleganz des Stiles und an der Art und Weise der Darstellung ergötzen» Ich erwähne z. B. den kurzen Abschnitt über den Talmud, der allerdings meistens nach Derenbourg gegeben ist (p. 19 ff.; merkwürdig ist nur die Annahme auf p. 28, dass der Babli nicht vollständig auf uns gekommen sei); die Abschnitte über die spanische Blüteperiode, über die Martyrologie des Mittelalters u. s. w., u. s. w. Die Hauptquelle aber ist Graetz, dem R. sogar in den einleitenden Bemerkungen über die biblische Zeit folgt (s. z. B. p. 2 über die Stellung des Stammes Jehuda innerhalb Gesammtisraels) und auf den er sich auch da stützt, wo die neuere Forschung zu anderen Resultaten gelangt ist. So z. B. in der Zurückführung der Entstehung des Karaismus auf das Vorhandensein von Schiiten und Sunniten innerhalb des Islam (p. 54), eine Ansicht, die von Rapoport aufgestellt und verfochten wurde, oder dass die Massora ein Werk der karäischen Schule in Tiberias sei (p. 57), oder die falsche Benennung Samuel Hannagid’s als ibn Nagrela, anstatt ibn Nagdela (p. 70), oder die einseitige Auffassung der Kabbala (p. 115), oder die nicht zutreffende Charakteristik der Juden in Polen und ihres Talmudstudiums (p. 236; bemerke auch den Widerspruch zwischen p. 235 unt. und den auf p. 234 angeführten Worten des Legaten Commendoni), oder das Verkennen des eigentlichen Wesens der Anfänge des Chasidismus (p. 252). Sehr oft aber warnt R. der historische Takt den Irrtümem Graetz’ zu folgen; s. z. B. die vorsichtige Aeusserung über Jonatan Eibenschütz (p. 247). — Von sonstigen Ungenauigkeiten sind noch zu verzeichnen: Das Verbot, nach dem Aufstande Bar-Kochba’s Jerusalem zu betreten (p. 9) ist jedenfalls zweifelhaft, s. Frankel מבוא הירושלמי p. 6b; die Einführung des Kalenders durch Hiliel II (p. 12) kann jetzt nicht mehr als apodiktisch hingestellt werden, s. JQR. X, 158; auch die Verfolgung der Christen durch Dhu Nowäs (p. 49) ist nicht historisch verbürgt, s. die Untersuchungen Hatövy’s REJ. XVIII, 16 ff.; Kalir dürfte kaum mehr als Italiener gelten (p. 57), s. darüber zuletzt Monatsschrift 1902, 377; Simon קיירא, der Verf. der Halachot gedolot ist richtig nach Jehudai, dem Verf. der Halachot Pesukot (so lies p. 60 n. 1 anstatt ketorot) angesetzt, aber die Benennung des ersteren als Simon aus Cairo ist falsch,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.