Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 s. diese Zeitschr. VI, 991)ן ebenso hat Hai Gaon vielleicht den Pentateuch und Hiob commentiert, aber nicht ״zahlreiche“ biblische Commentare verfasst (ib.); die vier Gefangenen waren wohl kaum' aus Sura (p. 68) und dürften nach den neuesten Entdeckungen doch eher aus Europa, d. h. aus Italien, gestammt haben, s. דורות הראשונים III, 283 ff.; anstatt Samuel Morteira (p. 219) 1. Saul M., bei Isaak Troki (p. 237 n. 1) wäre zu bemerken, dass er ein Karäer gewesen ist; die Frankisten in Polen haben längst aufgehört nur unter einander zu heiraten (p. 251) u. 8. w. — Einen etwas anderen Charakter als die übrigen Teile des Buches hat der letzte Abschnitt, der über die neueste Zeit handelt. Zuuächst ist diese Epoche verhältnissmässig sehr ausführlich behandelt und dann wird hier hauptsächlich die Geschichte der Emancipation dargestellt, sehr wenig aber die innere Geistesgeschichte. So wird z. B. die Wiedergeburt der Wissenschaft des Judentums im XIX. Jahrh. in drei Zeilen abgethan und von ihren Trägern nur Zunz erwähnt Cp• 337), die השכלה aber und der Aufschwung der neuhebräischen Literatur in Polen und Russland sogar mit einer einzigen Zeile abgethan (p. 342) und kein einziger Namen erwähnt. Auch sind hier manche Versehen zu verzeichnen: So wird Herz Homberg, ein mehr als zweifelhafter Charakter, zum ״Apostel“ der Aufklärung für Italien und Galizien gestempelt (p. 269, hier lies auch Euchel anst. Enchel); Riesser ist irrtümlich unter die Prediger geraten p. 335); anst. J. R. Hirsch 1. S. R. Hirsch (p. 336), bei der Affaire von Damaskus (p. 360) wird nicht erwähnt, dass der Hauptagitator der französische Consul gewesen ist u. s. w. — Dieser letzte Abschnitt ist aber auch der einzige in dem vortrefflichen Buche, der von vorne herein eine gewisse Tendenz verfolgt. R. will hier durchaus nachweisen, dass mit der Emancipation die Juden aufgehört haben, eine Nation zu sein und nur als religiöse Gemeinschaft gelten wollen (p. 306), denn diejenigen, die da verlangen, dass das Loos der Juden gebessert werde und dass diese trotzdem weiter ihre nationale Existenz behalten können, wollen eine Aufgabe lösen, die der Quadratur des Kreises gleichkomme (p. 285). Demgemäss ist auch der Zionismus nach R. nur ein Ausfluss des Antisemitismus (p. 311). Und doch sagt R. selbst: Ein Volk lebt, wenn es leben will (p. 4: Un peuple vit, quand il veut vivre), und das jüdische Volk wül leben! Oder sollen uns als Vorbüd die spanischen Juden in Bordeaux dienen, von denen R. erzählt (p. 289), dass sie während der Emancipationsfrage in Frankreich nicht aufgehört haben, ihre Angelegenheiten ״sorgfältig“ (soigneusement) von denen der elsässischen Juden zu trennen, und dadurch sofort der Gleichberechtigung für würdig gefunden worden sind? Br. Samuel PoznansM.] ג) Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, dass es mir entgangen ist, dass die Erklärung von קיאר als ״Pechhändler“, schon früher von Nöldeke gegeben wurde, s. Hebr. Bibliogr. XIX, 71; JQR. XI, 604.