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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1903-01-01 · 1 (Januar-Februar 1903) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VII (1903)
Issue
1 (Januar-Februar 1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 Falaquera aus dem ״Quell des Lebens“ unter dem Titel מיקומים מן ס׳ מקור חיים veröffentlichte und später eine kritische Ausgabe des Moreh nebuchim von Maimonides im Urtext nebst einer sorgfältigen Ueber- Setzung lieferte, so war dadurch die Möglichkeit erschlossen, den Zusammenhang der zwischen der mittelalterlich-christlichen Philosophie und den jüdischen Denkern bestand, genauer zu untersuchen und richtig zu würdigen. Joel war der Erste, der hier einsetzte. Bald nach dem Erscheinen der ליקוטים מן ם׳ מ׳ ח׳ war er mit einer Darlegung zur Hand (Mtschr. für Gesch. u. Wissensch. d. Judenth. Jahrg. 4, 1857 ff.),־ in der er nachzuweisen suchte, dass die Lehre Gabirol’s für den Aufschwung, den die Scholastik im 13. Jahrh. genommen, einen wichtigen Faktor bildete; und als zwei Bände des Moreh in der Munk’schen Ausgabe Vorlagen, folgte er mit einer Erörterung in gleichem Sinne ״über das Yerhältniss Albert des Grossen zu Maimonides“ in einer Programmschrift 1863, und liess es im übrigen dabei bewenden. Guttmann hat diese Untersuchungen, allerdings weiter und tiefer ausgreifend, wieder aufgenommen, sie erfolgreich ausgefuhrt und dabei die Beziehungen der grossen Scholastiker zum Judentum überhaupt in Betracht gezogen. Seine Studien hierüber hat er in Beiträgen niedergelegt, welche teils in der Revue des etudes juives, teils in der Monatsschr. für Geschichte u. s. w. mitgeteilt wurden, und welche sich meist mit einem bestimmten Scholastiker zu beschäftigen pflegten. Diese Aufsätze hat der Verfasser erweitert und ergänzt und in Buchform vereinigt; neu hinzugekommen ist ein ausführlicher und lehrreicher Artikel über die Beziehung Albert’s des Grossen zum Judentum und die Einleitung, welche die Religions- Philosophen bis auf Maimonides in ihrer Stellung zu den philosophischen Grundquellen kurz skizziert und dann den Einfluss der jüdischen Religionsphilosophie auf die aristotelische Blütezeit der Scholastik in allgemeinen Umrissen vorsichtig und unbefangen zeichnet. Hierauf führt der Verfasser in diesem Sinne die einzelnen hervorragenden Scholastiker vor: Wilhelm von Auvergne, Alexander von Haies, Albertus Magnus, Vincenz von Beauvais, Bonaventura, Roger Bacon, Raimundus Lullus, Duns Scotus; ein Anhang gibt aus der Renaissancezeit noch Nicolaus Cusanus, Jacob Faber und sogar Carl Bovillus, weil der letztere ein kleines, aber immerhin interessantes Detail von Bonnet de Lattes, dem jüdischen Leibarzt Leo’s X., und seinem Sohne aus dem Jahr 1507 erzählt (S. 177fF.). Der grösste der Scholastiker, Thomas von Aquino, fehlt freilich in dieser Reihe; ihm jedoch hatte der Verfasser bereits eine besondere eingehende Schrift gewidmet, von deren Aufnahme in das vorliegende Buch er aus äusseren Gründen absehen musste. Als Resultat ergibt sich, dass eigentlich nur zwei jüdische Denker für die Scholastik des 13. Jahrh. ernstlich in Frage kommen: Salomon ihn Gabirol, unter dem Namen Avicebron, und Maimonides, meist Rabbi Moyses Aegyptius genannt; aflenfafls noch der Arzt Isaak Israeli (10. Jahrh.), der ab und zu für physikalische und medicinische Materien citiert wird. Die Scholastiker waren des Arabischen, wie des Hebräischen unkundig, so dass die schnurrigsten Quiproquo’s dazwischen unterlaufen; beispielsweise fährt Duns Scotus einen Rabbi Barahoc auf (S. 159), der kein anderer ist als der Tractat ברכות, ein würdiges Pendant zum Rabbi Talmud. Sie waren daher auf lateinische Uebersetzungen angewiesen, deren es nur für die drei genannten jüdischen Autoren damals gab. Gabirol wird am häufigsten von ihnen herangezogen, möglicherweise haben sie ihn als einen arabischen Christen angesehen, weil er sich religiösen Problemen gegenüber indifferent verhielt. Doch am nach-

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