Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VII (1903)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 hielt 1831 die erste Predigt in englischer Sprache. 6 Jahre später wurde von einigen Gemeindemitgliedern der Antrag gestellt, den Gottesdienst in der Synagoge nach dem Vorbild des Hamburger Tempel’s einzurichten. Einige Jahre später kam es zu einem vorübergehenden Bruche. Ich würde den Kähmen dieser Anzeige allzusehr ausdehnen, wenn ich auch nur ein nur ein ungefähres Bild von dem reichen Inhalt des Werkes geben wollte. Auf Einzelheiten einzugehen, erübrigt sich um so eher, als der Verf. dieses Buch, das er in 4 Monaten abzufassen gezwungen war, nur als Vorläufer einer umfassenden Geschichte der Sephardim in England bezeichnet. Trotzdem wird das vorliegende Buch stets seinen Wert behalten wegen seines ausserordentlichen Reichtums an bisher unbekannten Dokumenten und Bildern, die Gaster teils in dem Gemeindearchiv teils in Privatbesitz trotz der sehr beschränkten Zeit entdeckt und ans Licht gezogen hat. Die meisten und interessantesten von ihnen werden in Fascimile mitgeteüt. Ich erwähne nur die erste Petition der Juden um Schutz mit dem an den Kand der Urkunde geschriebenen günstigen Bescheid König Karl’s II. vom 22. August 1664, 2 Seiten der im selben Jahre nach dem Vorbild der Amsterdamer Gemeinde entworfenen Statuten, den Bauvertrag von 1699 und, um von Anderem zu schweigen, die zahlreichen כתובות, unter denen die Mose Montefiores das meiste Interesse finden dürfte. Ich möchte nur noch auf die zahlreichen Auszüge aus den Statuten und die überaus reichen Mitteilungen über die finanziellen Verhältnisse der Synagoge hinweisen. Im Anschluss an die von ihm veröffentlichten Listen der Gemeindemitglieder und ihrer Spenden und Beiträge aus verschiedenen Zeiten giebt uns G. interessante Aufschlüsse über Aenderungen in der Zusammensetzug der Gemeinde. Aus den Statuten hebe ich besonders § 1 "hervor, der die Abhaltung eines Gottesdienstes ansserhalb der Synagoge mit dem Banne bedroht, weil er eine bedeutsame Rolle in der Geschichte der Gemeinde, besonders während der Reformbewegung, spielte. Für einen würdigen Gottesdienst mag wohl die etwas empfindliche Geldstrafe (5 L.) für lautes Sprechen während der Thora- Vorlesung gesorgt haben, die bereits vor 2 Jahrhunderten — allerdings brauchte die Gemeinde ja damals zum Synagogenbau gerade Geld — zur Anwendung kam. Eine correkte Vorlesung aus der Thora wurde durch die, ebenfalls in diesem Jahre, und zwar 3 mal, angewandte statutenmässige Geldstrafe für vorkommende Irrtümer möglichst gesichert. — Von den zahlreichen Bildern interessiren uns nächst denen fast sämtlicher Chachamim der Gemeinde von Jacob Sasportasbis zum Verf. unseres Buches — nur eines ist infolge der schlechten Vorlage nicht gelungen — besonders die Charakterköpfe S. 190—91. Dem bedeutendsten Londoner Cbacham,den berühmten DavidNieto, während dessen Amtszeit die Synagoge erbaut wurde, zeigt uns das Titelblatt vom Tischri 54641) (1704); ein wohlgelungenes Bild des Verfassers finden wir am Schlüsse des Buches im gleichen Rahmen. Dem reichen *) Unter dem Bilde steht irrtümlich 5461 (1701).