Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VI (1902)
- Issue
- 5 (Sepbember-Oktober 1902)
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 139 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 meine; der Fehlschluss und der Trugschluss und endlich die Conversion. — Und nun mögen uns einige Bemerkungen gestattet sein. Das Wörtchen קל sei auch meines Erachtens weder Adjectivum, noch Substantivum, wohl aber Part, act., wie denn auch חומר Participium ist, und heisst: erleichternd — erschwernd. Aehnliche Partieipien der ע//ע-Stämme giebt es ja in Menge. Wenn der handschriftliche ״Sifra“ aber ק'ףל liest, so kann es nur der Infinitiv sein, dann muss aber dem entsprechend auch die zweite Hälfte dieser Auslegeregel חמור, (= erleichtern — erschweren) heissen und nicht חומר. Dass aber קול das ״Besondere״ bezeichnen soll, wird kein auch nur halbwegs mit dem Geiste der hebräischen Sprache Yertrauter zugeben können. Gerade bei der vom Yerf. angeführten Jeruschalmi-Stelle: קל וחומר בנזיר טהור קל וחומר בנזיר טמא (S. 9), wird es doch wohl Niemandem einfallen an etwas ״Besonderes״ und ״Allgemeines״ dem Umfange nach zu denken. Hier ist doch von nichts Anderm die Kede, als von Erleichterung und Erschwerung, wie schon die betreffenden Mischnas deutlich lehren. Nur ist die Jerusehalmi-La. corrumpiert und muss lauten: קל בנזיר טהור שאינו סותר אלא [בתער, וחומר שסותר בו] שלשים; וחומר (שהוא סותר בו שבעה, וקל) בנזיר טמא ש(ב)כולן סותדין (וקל (וחומר)] שהוא סותר בו שבעה . . .. Die Zahl 7 findet nur bei einem Nasiräer statt, der unrein geworden ist, u. zw. als Beinigungstage, aber bei einem נזיר טהור kann doch nicht von 7, sondern vielmehr von 30 Tagen die Bede sein. Um aber der oben erwähnten Frage zu begegnen, welche Sehw. lange nicht zur Buhe kommen liess, sei bloss bemerkt, dass das Waw im ״wachomer״ durchaus kein Waw copulativum ist, sondern vielmehr ein disjunktives Waw, im Sinne von ״oder״, hier also: erleichternd oder erschwerend, somit sind in unserem קי״ח, Kol we Chomer, beide Formen der Schlussfolgerung, gleichviel mittelst welchen Schlussverfahrens es geschieht, ausgedrückt. Was Schw. aber von der Dajo- Begel, zumal S. 180 (unten) behauptet, trifft nicht zu. Allerdings ist die La. unseres Sifre corrumpiert; allein betreffs ihres Sinnes kann man nicht fehlgehen, wenn man sich nur erst darüber klar ist, dass B. Ackai b. Joschia doch irgendwo einen Anhaltspunkt gefunden haben muss, dass sie (Mirjam) der Ewige ״doppelt“ gescholten hat. Uebrigens lässt ja die La. wie sie sich im Jalkut erhalten hat, und die allein richtige ist, darüber gar keinen Zweifel aufkommen, wer hier die Dajoregel vorträgt. Dieselbe lautet (Num. § 742): ויאמר ד״7 אל משה ואביה ירק ירק בפניה הלא תכלם שבעת ימים, רבי1) אחאי בר יאשיהו אומר שתי נזיפות נזפה, אילו אביה ב״ו נזף בה צריכה שתהא נכלמת שבעה: אי מה אביה בשר ודם שבעה הקב״ה ארבעה עשר! דיו לבא מן הדין להיות כנדון, מה אביה בשר ודם 7 אף הקב״ד* שבעה. ״Und der Ewige sprach zu Moscheh: Wenn ihr Yater ihr in das Gesicht gespien hätte, würde sie sich nicht schämen 7 Tage? B. Achai b. Joschia sprach, doppelt hat Er sie gescholten; denn hätte sie ihr leiblicher Yater gescholten, würde sie sich 7 Tage schämen, wenn nun die Schande vor dem leiblichen Yater 7 dauert, so müsste sie ja dem Heiligen gepriesen sei Er, gegenüber 14 Tage dauern; allein mittelst Kol we Chomers kann nicht mehr gefolgert werden, als im Vordersätze enthalten ist.״ So und nur so ist die Stelle klar, demnach aber hat man wohl ״in der Schule B. Ismaels von einer Deduction der Dajo- Begel aus dem Schriftworte gewusst.“ Uebrigens ist unser קו״ח nach der vom Yerfasser selbst sehr gelobten Gersonidiscken Auffassung (S. 74), ein ganz regelrechter Syllogismus. Ich concludiere nämlich: 1)^ Heilpern in סדר הדורות s. v. hat diese Stelle übersehen,