Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VI (1902)
- Issue
- 5 (Sepbember-Oktober 1902)
- Date
- 1902-09-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Jadenthums. Eia Beitrag zur vergleichenden Religionsgeschichte. Berlin, 0. Reimer, 1900. V, 92 S. 8®. M. 2,40• [Erbt versucht nachzuweisen, dass die Estergeschichte einem Sagenkreis angehört, dem auch die Geschichten von Daniel, Judith, Tobit, Achiakar und Jona entstammen; diese Sammlung von Sagen über Könige aus der Zeit des Exils und der persischen Epoche soll bei den Juden schriftlich fixiert worden sein. In der Purimsage speziell sollen Elemente einer persischen Sage mit dem babylonischen Mythus von Marduk und Ischtar zusammen geflossen sein. Das Purimfest ist ursprünglich der Nikanortag, zu dessen Feier dann das Buch Esther jlie Entstehungsgeschichte liefern will. Sehr eigentümlich berühren |in einer ^Schrift, welche biblische Bücher als U.eberreste der alten hebräischen Literatur untersucht, Sätze wie ״Dem Buche Ester gebührt in der Bibel eines evangelischen Christen kein Platz״. Die Urteile, die der Yerf. gelegentlich über das moderne Judentum abgiebt, stehen auf der Höhe Houston Stewart Chamberlain’scher Weisheit. -m EPSTEIN, A., Le retour de Rab en Babylonie d’apres M. Isaac Hal6vy (Extrait de la R. E. J. XLIV. 1902). Paris, Durlacher, 1902. 20. S. [Halevy hat in דורות הראשונים H Cap. 14—17 des Abschnittes בבל וארץ ישראל (S. 210—28) die Behauptung aufgestellt, Rab habe 219 Palästina verlassen, nachdem Rabbi schon 192 gestorben war. Dem tritt Epstein in der vorliegenden sorgfältigen und gediegenen Untersuchung entgegen. Er bespricht zunächst den Stand der Frage und setzt die verschiedenen über diesen Punkt ausgesprochenen Ansichten auseinander, wobei Halevy’s Angriffe auf Rapoportund Grätz zurückgewiesen'werden. Was Halevy gegen letzteren vorbringt, richtet sich nur gegen einen vom Uebersetzer ins Hebräische gemachten Zusatz, der in dem von H. nicht benutzten Original nicht steht. Im zweiten Capitel widerlegt Epstein schlagend die von H. beigebrachten Beweise aus dem Talmud, die teils auf Missverständnis, teils auf Corruption oder falscher Citierung der Texte beruhen. Im 3. Capitel wird die Unmöglichkeit von H.’s These nachgewiesen. Die Emendation1) H.s im Scherirabriefe: וביומי דח יהודה נשיאה statt וביומי דרבי, ist unmöglich. Die Worte בתר רבי [die übrigens nach ed. Neubauer S. 28 nur in den Hss. der spanischen Recension stehen, aber nach S. 182 in dem in .der Londoner Hs. erhaltenen Auszug, der nach S. XII. auch zu dieser Rec. gehört, fehlen] widersprechen dem durchaus nicht. Dass Rab zu Lebzeiten Rabbis nach Babylonien ging, bezeugen auch Seder Tanaim Weamoraim und Samuel ben Chofni. Schliesslich bespricht E. noch den von Halevy nicht erkannten Zusammenhang zwischen dem Abschluss der Mischna und der Gründung der Hochschulen in Babylonien. In einer Anmerkung am Schlüsse des Artikels antwortet Epstein auf zwei gegen einen früheren, auf Halevy’s Werk bezüglichen Artikel ״Les Saboraim“ (R. 16. J. XXVI 222—36) gerichtete Angriffe. Diese Bemerkungen richten sich gegen Nacht’s Verteidigung Halevy’s 2). I)a man sich noch neuerdings auf diese ״Widerlegung״ des Epstein’schen Artikels berufen hat, *) Diese Correctur weist aucbHoffmann in dieser Ztschr. Y S. 106 zurück. 2) Nacht, A., Einst und jetzt in der jüdischen Wissenschaft (ZfHB. Y? 119 verzeichnet).