Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VI (1902)
- Issue
- 4 (Juli-August 1902)
- Date
- 1902-07-01
- Page
- Seite 118 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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118 0 oder u ist (statt das 1) meist mit einem Strichelchen oder einem Punkte über dem Gonsonanten bezeichnet. Budapest, Juni 1902. Poetisches. Mitteilungen von Dr. H. Brody1). V. Aus Moses ibn Esra’s Ma'amad für den Versöhnungstag. Der Ma'amad Moses ibn Esra’s ist, wie bekannt, ziemlich voll־ ständig erhalten. Gesammelt freilich sind die zerstreuten Stücke, die als Ganzes ein bewundernswertes Monument dichterischen Schaffens bilden würden, nicht. Bei der Teilnahmslosigkeit, die dem Stadium der hebräischen Poesie des Mittelalters im Allgemeinen, auch von Seiten der Gelehrten, entgegengebracht wird, ferner bei dem völligen Mangel an Verständnis und Interesse für das gesamte jüdische Schrifttum im Kreise unserer ״Mäcene“, die nicht zu haben sind für ״edle Spenden“, wenn diese nicht in den verbreiteten Tagesblättem öffentlich quittiert werden — wird eine Sammlung und Sichtung, Bearbeitung und Veröffentlichung der reichen Schätze an glänzenden Schöpfungen der hebräischen Muse noch lange auf sich warten lassen. Indessen, die sich für einen Moses ibn Esra und seine genannte grössere Gomposition interessieren, werden, wenn sie die Mühe nicht scheuen, die einzelnen Teile derselben in einigen seltenen aber immerhin vorhandenen Eiten finden. Ein ausgezeichneter Wegweiser wird ihnen Zunz sein; sie mögen ״die Ritus“ (S. 111) und den dort genannten Artikel über den ״Ritus von Avignon“ zu Rathe ziehen. Einige Stücke des Ma'amad jedoch sind nur handschriftlich vorhanden, und zu diesen gehört das folgende, das ich in den Listen von Dukes (Moses ben Esra, p. 8 ff.), Landshut (Amude p. 241 ff.) und Luzzatto (Nachlath p. 54 ff.) nicht zu erkennen vermag, aber für identisch halte mit dem טי כמוך zu Schachrith, das Zunz (Ritus S. 111) erwähnt, mit der Angabe, dass das Stück in Cod. Harl. 5530 enthalten sei und der Anfang "fehle. Aus ebendemselben Codex habe ich unseren Pijjut vor acht Jahren abgeschrieben und seitdem vergebens nach einer anderen Handschrift gesucht, nach welcher der fehlende Anfang, wohl mindestens ein Alphabet, sich x) Yergl. ZfHB. HI, 178. (Es sei hier nachträglich auf Geiger, Der Divan etc. S. 142—144 verwiesen.)