Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- VI (1902)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Eine andere Schrift über das gleiche Ereigniss hat der 175. Catalog des antiquarischen Lagers von Albert _ Cohn in Berlin, Berlin 1886, Nr. 322. Sie ist betitelt: Yon dem christeliche||Stryt,kürtzlich geschehen zu Liszbönä, ein Haubtstatt || in Portigall, zwüschen den Christen und Neüwen Chri||sten oder Juden, von wegen des Gecreützigten Gottes. || [Grosser Holzschnitt m. Randleisten]. S. 1. e. a. (circa 1506). In 4. 6־ Bll. Ein Exemplar dieser Schrift besitzt das British Museum aus Kuppitsch’s Sammlung A. Fr. In dem in den Gesammelten Schriften von Zunz Band 3 S. 14-—80 wiederahgedruckten Aufsatz: Wünsche für ein Wörterbuch der hebräischen Sprache, gegen Schluss (S. 30) wird von Abkürzungs-Formeln gesprochen, ״die den Leser auf halten oder irreführen können, zumal wenn sie ihm *ohne Erkennungszeichen begegnen, wie בבת das Unendliche, משה die Metaphysik^' צבי eine Euphemie.“ Es wird für Yiele nöthig sein, hier zu bemerken, dass בבת so viel als בעל בלתי תכלית und משה so viel als מה *שאחר הטבע bedeuten soll; bekannter ist schon צבי für צדיק באמונתו יחיה. Dr. Berliner: Rabbi Rachmon im pugio fldei. In der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts verfasste der Dominicaner Raymundus Martinus den ״pugio fidei adversus Mauros et Judaeos“, ein polemisches Werk, das eine genaue Kenntniss der jüdischen Litteratur verrät. Viele spätere Polemiker gegen das Judentum schöpften ihr ganzes Wissen aus dem pugio, so Nicolaus de Lyra, Hieronymus de Sancta Eide, Porchet, Galatin 11. a. Bei seinen Beweisen ]für die Wahrheit der christlichen Dogmen stützt sich Martin hauptsächlich auf die Hagada. Er bringt manche uns sonst nicht erhaltene Midraschstellen. Was die Glaubwürdigkeit Raymund Martins betrifft, schreibt Zunz G. V. 288: ״Martin war weder ein Apostat wie Josua (aus Lorca), noch ein Lügner wie Galatin, sonder ein tüchtiger Gelehrter, der zu den zahlreichen Auszügen aus bekannten halachischen und hagadischen Schriften der Verstärkung, des Betrugs nicht bedurfte.“ Martins Beweise für die Messianität Jesus enthalten allerdings meistens keine Fälschungen, sie Wirken hauptsächlich durch die geschickte Zusammenstellung von Midraschcitaten, die au ihrer früheren Stelle ganz harmlos sind. Indess kommen doch einige christologische Fabricate vor, die immer im Namen eines Rabbi Rachmon vorgebracht werden. Wenn A, Epstein in seiner Schrift über den Bereschit-Rabbati sagt: ״Was im Pugio unbedingt christlich und zu dem Zwecke verfasst ist, um die Juden zu bekehren, das führt Martin nicht im Namen des Bereschit-Major oder eines anderen Midrasch, sondern im Namen eines unbekannten Rachmon an“, so scheint er die Stellen pugio fidei S. 744,. 794 u. 854 (c. 221) übersehen zu haben. Hier legt zwar Martin die Fälschung auch R. Rachmon in den Mundf, aber dieser R. Rachmon tritt als sprechende Person des Midrasch, z. B, heben R. Chanina auf, und zwar wird er S. 744 im Midrasch Tillim, S. 794 im, Bereschith-Kehanna, S. 854 im Bereschit-rabba.des R. Mose haddarschän und im Midrasch Tillim angeführt, S. 719 wird R. Rachmon in einer Stelle aus Baba Bathra. Perek 2, citiert, und dass es nicht möglich ist zu tagen, er trete hier als Commentator auf, beweist das ״Hucusque Talmud“, das erst nach seinen Worten steht. Ebenso beschliesst ״Hactenus Glossa“ die Midraschcitate nach seinen Worten. Auslegungen, die durch dixit R. Rachmon