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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1902-01-01 · 1 (Januar-Februar 1902) · p. Seite 16

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
VI (1902)
Issue
1 (Januar-Februar 1902)
Date
1902-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 auch ferner die stummen und doch so beredten steinernen Zeugen der jüdischen Vergangenheit gelegentlich zu Tage gefördert würden. Diese Hoffnung hat sich erfüllt. Am 5. Juni 1899 fand man bei Ausschachtung eines Kellers in der Gastwirtschaft ״Zur Stadt Mainz“ (Gr. Bleiche) einen viereckigen roten Sandsteinblock mit folgender deutlich zu legender Inschrift: זה סבר של הרב ר׳ מאיר Dies ist das Grab des Rabbiners R, Me'ir, בר אברהם הכהן הזקן הנהרג על יחוד השם במ״א לפרט כ״ז בסיון ביום ■שנשרף בית הכנסת ונקרעו סיפרי[ so] תורה מנוחתו כבוד1) Sohn Abrahams hakohen, des alten, der seiner Religion wegen erschlagen wurde imJahre[60]41 ä. jüd. [1281 d.christl.] Zeitr., 27. Siwan, an dem Tage, an welchem die Synagoge verbrannt und die Gesetzrollen zerrissen wurden. Seine Ruhestätte ist Ehre! Soweit bekannt ist, meldet weder eine jüdische noch eine christliche Quelle etwas über diese, sicherlich schwere Verfolgung im Frühjahr 1281, die ein Vorspiel des bekannten, Mainz und Nachbarorte treffenden Martyriums vom 7. Pessachtage, 19. April, 1283 war (Martyrologium, S. 144 f.). Vielleicht ist auf diesen Schreckenstag des Jahres 1281 die Elegie אשאג מנהמת לבי (deutscher Ritus) des Abraham b. Meir (Zunz, Litg. 404, Landshuth, Amude ho-Aboda 5) gedichtet; ja es ist möglich, dass der Verfasser dieses Klageliedes (das fehlende ״hakohen״ im Akrostichon verschlägt nichts) identisch mit dem 1303 in Weissensee i. Th. erschlagenen Rabb. gleichen Namens, vielleicht gar ein Söhn des auf dem Stein verewigten Mainzer Märtyrerrabbiners ist (vgl. Oonforte, Kore ha-dorot, ed. Venet. p. 22). Diese Vermutungen werden fast zur Gewissheit wenn man die historischen Andeutungen aus der Elegie heraussch£lt (so z. B. ,סריץ חיות וכר,. קהילה מסוארה [womit nicht Jerusalem Baer, Kinnot a. a. 0., annimmt, gemeint ist] לסיד אש וכו,, הוגיה וכו׳ u, a. St•.). Von den folgenden vier Steinen, welche bei Abtragung djßß Raimundithores, einer 1699 unter dem Kurfürsten Lothar Frapf vollendeten Befestigung, aus dem Grunde eines Forts in den ers|§n Tagen des Januar 1902 gehoben wurden, stammen zwei aus dem 11. Jahrh. Sie sind 104, bezw. 90 Jahre älter wie der bis jetzt als ältester bekannt gewesene Stein von 1184 (no. 26 der Inschriften, MartyrpJ. 434). Drei von ihnen sind einfache rote Sandsteinblöcke, der ä,ls no. 2 bezeichnete ist weisser Sandstein, wie er in der Gegend vpp x) Zunz, Litg. 343.

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