Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1901)
- Date
- 1901-09-01
- Page
- Seite 157 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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er die wenig schmeichelhafte Gewohnheit hat, diejenigen zu überhäufen, die nicht mit ihm übereinstimmen.״ ich ״widerlege״ nie mit?, und!? bedeutet nur meinen Zweifel an angebl. Thatsachen oder Behauptungen;! ist sehr häufig nur eine Aufforderung, die Sache näher zu prüfen; ich wähle die Zeichen nur der Kürze halber. Damit sei die ganz unbegründete Veranlassung zu einer persönlichen Bemerkung abgethan. — Zur Sache selbst geht Hr. Oh. so weit zu fragen: ״Hat diese jämmerliche Anekdote, eben so schlecht erfunden als erzählt, auch nur einen Schatten von Beziehung zur Parabel von den 3 Ringen? Um das zu behaupten, muss man nicht sehen, was in die Augen sticht ([creve), nämlich, dass ohne den Gegensatz des wahren Ringes und der falschen es keine Parabel giebt.״ — In den 3 echten Ringen, ohne jenen Gegensatz, ohne die Anwendung auf Religion, entdeckte er den Keim (vielmehr die Schale) der Parabel; Abulafia erzählt von einem Schatz und den 3 Religionen; die beiden zurückgewiesenen Prätendenten haben nicht einmal den Schein eines Rechts. In dieser apologetischen Tendenz sah ich eine ältere Phase des Gleichnisses, und Abulafia’s Öriginaldarstellung ist nicht sinnlos, wenn man sie vollständig kennt; allerdings hat der schwärmerische und kabbalistische Verf. (um 1290) es gewagt, den Papst in Rom bekehren zu wollen und entging den Folgen mit Lebensgefahr. Dass sein Gleichnis in die Geschichte der Polemik zwischen den drei Religionen gehöre, wird wohl Hr. Ch. selbst nicht bestreiten wollen. Wenn er seinen Lesern irrtümlich berichtet, dass Steinschneider durch eine hinzugefügte Deutung etwas ausgesprochen, was eine persönliche, nicht gerade schmeichelhafte Bemerkung provociert, so wird der achtbare Forscher sicherlich nicht verabsäumen, seinen Lesern nunmehr die Berichtigung zugehen zu lassen. — Ich brauche wohl nicht erst zu versichern, dass jenes Missverständnis keinerlei Einfluss auf mein Verhältnis zu der liebenswürdigen Persönlichkeit des Hrn. Oh. ausüben kann. 4. Der Jude im TQrkischen ״Schattentheater״. Prof. G. Jacob hat als 1. Heft seiner ״Türk. Literaturgesch. in Einzeldarstellungen״, das türk. Schattentheater, Berlin 1900 (105 S.) herausgegeben, worin S. 97—99 ein Jude auftritt, eine Karrikatur, deren völlige Geistlosigkeit wohl Alles übertrifft, was in dieser Beziehung geleistet worden, und das will viel sagen. Man kann jedoch nicht behaupten, dass das ganze Theater an Geistreichtum leide. Es verdient diese Figur nur Beachtung, insofern der Jude in der anderweitigen Komödie meist die Verschmitztheit vertritt.