Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1901)
- Date
- 1901-09-01
- Page
- Seite 156 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Verf. sind iimsomebr anzuerkennen, als er fast alle Quellen aus eigenen Mitteln sich beschaffen muss. Seine Compilationen sind im allgemeinen objectiv; in der Zurückführung der aegypt. 1001 Nacht auf einen jüdischen Renegaten und angeblich gleicher Quelle: Wahb b. al Munabbih, verhehlt er sich nicht (p. 49) die Bedenklichkeit seiner complicierten Hypothesen. Im Grunde schwebt das angebliche Judentum Walib’s in der Luft, wie seine schriftstelleriche Thätigkeit überhaupt, worüber mehr in meiner Arab. Lit. der Juden (§ 14). Hier beabsichtige ich eine kurze Auseinandersetzung in Bezug auf ein Artikelchen aus der Zeitschr. ״Wallonia״ VIII n. 11 v. 13. Nov. 1900 (Liege) p. 197—200: ״Documents pour la parabole des trois anneaux״. Gaston Paris (Rev. des fit. J. 1885) hat angenommen, dass die bekannte Parabel sich bis zum XIII. Jahrh. hinauf verfolgen und auf jüdischen Ursprung zurückführen lasse. Hr. Chauvin excerpiert eine Stelle aus Zotenberg’s französischer Uebersetzung von Thaalabi’s arab. Geschichte der persischen Könige p. 465 (vgl. XXXV), verf. 1017—22, welche den ״Keim״ (germe) der Parabel und nichts Jüdisches enthalte. Ein persischer König giebt jeder seiner 3 Favoritinnen einen kostbaren Ring, woran sie erkennen mögen, welche er am meisten liebe. Hier ist in der That nur die Einkleidung eines ähnlichen Stoffes von Lessing’s freisinniger Parabel, wenn nicht etwa der muhammedanische Autor Etwas unterdrückt hat. Alle 3 Ringe sind echt, eine Anwendung auf die 3 herrschenden Religionen ist vielleicht erst ein Product der Kreuzzüge, und die Bedeutung der Parabel liegt nur in jener Anwendung, nicht in dem Kunstgriff zur Täuschung, der sehr alt sein mag, ohne uns mehr zu interessiren, als ähnliche Folklore-Dichtungen. Hr. Ch. giebt hierauf ein Verzeichnis von Quellen, die ich mit H, B. IV, 78, X, 8, XII, 21, Pol. u. apol. Lit. S. 319, Hebr. Ueb. S. 319 zu vergleichen unterlasse.־ Hr. Ch. bemerkt mit Recht, dass Vollständigkeit auf diesem Gebiete nirgends zu erwarten sei. Zuletzt findet er, dass ich eine Erzählung herangezogen, deren Pointe (sei) und Sinn er schwer begreifen könne, vielleicht ein Anderer besser. Hier ist Herrn Ch. das Menschliche passiert, dass er die Quelle nicht aufgesucht hat und falsch referiert. Er giebt mein ״Resume״ (Pol. S 310) des Gleichnisses bei Abr. Abulafia; zur Deutung (der Sohn ist Israel) schiebt er die Worte ״ajoute Stein- Schneider״ ein. Wie kommt er dazu, die Deutung mir beizulegen, nachdem sie unzweideutig im hebr. Texte steht? Dem Fragezeichen wäre hier ein Ausrufungszeichen anzufügen, um so eher, als es Herrn Ch. hinzuzufügen beliebt: ״wenn St. bei einem anderen Autor das gefunden hätte, was er hier behauptet, so hätte or, um es zu widerlegen, nicht genug Frage- und Ausrufungszeichen, womit